Erst nach 15 Jahren bricht sie ihr Schweigen

Profi-Surferin Carmen Greentree: 2 Monate auf Hausboot in Indien missbraucht

13. Juli 2020 - 11:46 Uhr

Zwei Monate lebte Profi-Surferin Carmen Greentree in der Hölle

2004 brach die australische Profi-Surferin Carmen Greentree zu einem Selbstfindungstripp nach Nepal auf. Doch die geplante Reise zum Dalai Lama sollte zu einem echten Höllentrip werden. In Kaschmir soll die damals 22-Jährige auf einem Hausboot zwei Monate gefangen gehalten und sexuell missbraucht worden sein. Erst heute, mit 37 Jahren, spricht die dreifache Mutter über ihr Martyrium in der Öffentlichkeit und hat dieses auch in einem Buch verarbeitet, wie im Video zu sehen ist.

Auf vermeintlich sicheres Hausboot gelockt

Ihr Peiniger soll der Hausboot-Besitzer Mohammad Rafiq Dundoo gewesen sein, der sie im Auftrag eines vermeintlichen Touristenbüros in Kaschmir in Empfang nahm. Weil es in der Region im Himalaya für die junge Urlauberin zu unsicher sei, habe er ihr sein Hausboot als sicheres Schlafdomizil angeboten. Mit Betreten des Hausboots folgte für die Australierin darauf eine zweimonatige Tortur. Schon in der ersten Nacht habe Dundoo versucht sie zu missbrauchen. Anfangs habe sie sich noch dagegen wehren können, aber bald habe der Mann die Oberhand gewonnen.

"Er konnte sich nehmen, was er wollte"

"Das schlimmste Gefühl war, als ich mich ergab und er sich nehmen konnte, was er wollte", sagte die 37-Jährige in der australischen "Daily Mail". Irgendwann habe sie gedacht, dass sie auf dem Boot sterben müsse. Erst als ihr Entführer Geld von Carmens Familie forderte, rückte die Polizei an, die die junge Frau befreite.

Hausboot-Besitzer streitet Vorwürfe ab

Mohammad Rafiq Dundoo weist Carmens Greentrees Vorwürfe zurück. Sie habe sich damals freiwillig auf dem Boot eingemietet, erklärte der heute 46-Jährige in einem Interview im indischen Fernsehen. Es hätte ja gar nicht möglich sein können, jemanden zwei Monate unbemerkt auf einem Hausboot festzuhalten. Die Schiffe stünden alle dicht an dicht. Sogar eine Polizeistation sei in der Nähe gewesen. Zudem habe Carmen in der Zeit ja auch Ausflüge gemacht. Warum habe sie dann niemanden um Hilfe gebeten, so Dundoo. Die Australierin wolle mit ihren Anschuldigungen lediglich Werbung für ihr Buch machen.

Entführt und missbraucht - Sängerin Duffy spricht über Martyrium

Erst kürzlich macht Sängerin Duffy Ähnliches öffentlich. Im Februar 2020 erzählte sie bei Instagram, dass sie sich zehn Jahre aus dem Showgeschäft zurück gezogen hat, weil sie vergewaltigt und wochenlang verschleppt worden war. Auch sie brauchte einige Jahre und viel Mut, um endlich über das Martyrium zu sprechen.