Projekt der Uni Zürich und der Schweizer Armee

Proben für den Ernstfall: Schweizer Armee lässt Pferde fliegen

Helikopter transportiert Pferde in der Schweiz
Helikopter transportiert Pferde in der Schweiz
© dpa, Jean-Christophe Bott, trö

12. April 2021 - 19:05 Uhr

Interessante Projekte und Experimente in der Schweiz

Fluchttiere, die unter einem dröhnenden Helikopter baumelnd durch die Luft schweben? In der Schweiz ist nun genau das gelungen. Eine Generalprobe für den Ernstfall, denn Ziel war es, den Transport und die schnelle Evakuierung von verletzten Pferden zu ermöglichen, um sie veterinärmedizinisch zu versorgen. Auch sonst sind die Schweizer recht experimentierfreudig unterwegs – zuletzt sollten dort Bürger ihre Unterhosen verbuddeln.

Saignelégier: Drei Pferde heben ab

dpatopbilder - 09.04.2021, Schweiz, Saignelegier: Ein Helikopter der Schweizer Luftwaffe transportiert drei Pferde während einer Übung in Saignelegier. Es handelt sich um ein wissenschaftliches Projekt, das gemeinsam von der Veterinärmedizinischen Fa
Die Pferde wurden vor dem Flug medikamentös sediert, um sie flugtauglich zu machen.
© dpa, Jean-Christophe Bott, trö

Ein Helikopter der Schweizer Luftwaffe hatte bei der Übung drei Pferde über die Region Saignelégier (Kanton: Jura) transportiert. Ein wissenschaftliches Projekt, das gemeinsam von der Veterinärmedizinischen Fakultät der Uni Zürich und dem Veterinärdienst der Armee in Kooperation mit den Luftstreitkräften durchgeführt wird.

Fliegen für Pferde komfortabel - wenn sie sediert sind

09.04.2021, Schweiz, Saignelegier: Ein Helikopter der Schweizer Luftwaffe transportiert drei Pferde während einer Übung in Saignelegier. Es handelt sich um ein wissenschaftliches Projekt, das gemeinsam von der Veterinärmedizinischen Fakultät der Univ
Helikopter transportiert Pferde in der Schweiz
© dpa, Jean-Christophe Bott, trö

Dem Versuch war eine lange Vorbereitungsphase vorausgegangen, wie Stéphane Montavon, Chef des Veterinärdienstes der Schweizer Armee, der "Aargauer Zeitung" sagte. Denn die Pferde mussten "ziemlich kompliziert" medikamentös eingestellt werden, um sie zu beruhigen und flugtauglich zu machen.

Die Planung dieses Prozesses war nun von Erfolg gekrönt. Man habe beweisen können, dass es klappt, so Montavon. "Die Pferde fliegen sehr komfortabel, vor allem aber erholen sie sich relativ schnell und sind in guter Form nach diesem Flug", resümiert er.

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Apropos Experimente: Deshalb sollten Schweizer ihre Schlüpfer vergraben

Und noch ein weiteres Projekt lässt aufhorchen: "Beweisstück Unterhose" heißt es. Und der Titel ist wörtlich zu nehmen. Die staatliche Forschungsstelle "Agroscope" verschickt demnächst 2.000 Baumwollschlüppis an 1.000 Freiwillige – 500 private GartenbesitzerInnen und 500 LandwirtInnen. Das Interesse ist groß, schon über 1.000 Bewerbungen seien nach Informationen der Verantwortlichen bereits eingegangen. Alle Freiwilligen bekomme zwei Höschen, die dann im Boden verbuddelt werden sollen. Warum? So wollen die Forscher herausfinden, wie es um die Qualität des Bodens bestellt ist, denn der ist vielerorts etwa durch Umweltverschmutzung und Überdüngung bei intensiver Landwirtschaft arg belastet.

Nach einem Monat werde die erste Unterhose ausgegraben, nach zweien die andere, alles per Foto dokumentiert und geteilt. Je mehr Löcher sich in den natürlichen Stoff gefressen haben, je weiter also die Zersetzung der Fasern fortgeschritten sei, desto gesünder sei auch der Boden. "Je vielfältiger die Lebewesen, desto fleißiger wird der Boden umgegraben, ab- und wieder aufgebaut", heißt es zur Erklärung der natürlichen Prozesse im Erdreich auf der Projektseite.

Alle mit Garten, Acker oder Weideland können mitmachen und ganz nebenbei herausfinden, wie es eigentlich mit der Bodengesundheit ihrer Beete, Felder und Wiesen ausschaut. So soll mit einfachen Mitteln und minimalem Aufwand eine landesweite Übersicht entstehen, die zeigt, wie es der Erde in der Schweiz geht.