2018 M02 27 - 12:43 Uhr

Jens Spahn soll das Gesundheitsministerium leiten

Jens Spahn (CDU) soll der nächste Bundesgesundheitsminister werden. Bis zum SPD-Mitgliederentscheid steht zwar noch nicht fest, ob die neue Regierung überhaupt zustande kommt, für seine Amtszeit hat sich der 37-Jährige aber schon einiges vorgenommen. Um das Gesundheitssystem in Deutschland zu verbessern, plant Spahn mehrere Änderungen. Wenn alles nach Plan läuft, müssen Kassenpatienten nicht mehr so lange auf Termine warten und Privatversicherte nicht mehr so hohe Beiträge zahlen.

Gesetzlich Versicherte sollen schneller an einen Arzttermin kommen

Eins seiner wichtigsten Ziele: "Privat und gesetzlich Versicherte müssen in Zukunft gleich schnell einen Arzttermin bekommen können", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Als erster Schritt sollen Terminservicestellen eingerichtet werden, sodass Patienten, die einen Facharzttermin brauchen, zumindest einen Ansprechpartner haben. Die Servicestellen sollen den benötigten Termin innerhalb von vier Wochen vermitteln.

Ärzte sollen an Privatpatienten nicht mehr verdienen

Doch nicht nur dadurch will Spahn die Kluft zwischen den unterschiedlich Versicherten verkleinern. Das Problem ist im Moment noch, dass Ärzte für die Behandlung von Privatpatienten deutlich besser bezahlt werden als für die von Kassenpatienten. Darüber müsse man sprechen, sagte der designierte Gesundheitsminister.

Beiträge für Privatversicherte sollen sinken

Auch die hohen Beiträge für Private Krankenkassen sind Spahn ein Dorn im Auge. Auf die Frage, ob er jungen Menschen noch mit gutem Gewissen empfehlen könne, sich privat zu versichern, antwortete er eher zurückhaltend. Wenn man sich einmal festgelegt habe, sei "ein Wechsel in späteren Jahren schwerer als eine Scheidung", erklärte der CDU-Politiker. "Wer immer höhere Beiträge zu zahlen hat, kommt im Alter sicherlich ins Grübeln." Immer mehr Privatversicherte müssten im Verhältnis zu ihrem Einkommen sehr hohe Beitrage zahlen. "Wir müssen verhindern, dass für einen einfachen Polizisten stark steigende Beiträge im Alter zu einer sozialen Frage werden."

Spahn will Pflegekräftemangel bekämpfen

Außerdem sollen unter dem neuen Gesundheitsminister Maßnahmen gegen den Pflegekräftemangel anlaufen. Der Personalmangel in der Pflege sei das große Thema, das jeden in Deutschland bewege, glaubt Spahn. Um die Situation in Krankenhäusern und in Altenheimen wieder in den Griff zu bekommen, hat er auch schon Pläne: "Wir werden die Ausbildungskapazitäten erhöhen, die Bezahlung und die Tarifbindung in der Pflege verbessern."

Welche dieser Maßnahmen Spahn umsetzen kann und ob die Änderungen die Gesundheitsversorgung der Deutschen wirklich verbessern können, wird sich zeigen, wenn der 37-Jährige im Amt ist.