Pressesprecherin von Mike Pence mit Coronavirus infiziert

Auch ein Mitglied aus dem Team von Vizepräsident Mike Pence ist mit dem Coronavirus infiziert. Foto: Charlie Neibergall/AP/dpa
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09. Mai 2020 - 15:32 Uhr

Nach einem Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump ist nun auch die Pressesprecherin des Vizepräsidenten Mike Pence mit dem Coronavirus infiziert.

Es gehe ihr gut und sie freue sich, bald wieder zurück zur Arbeit zu kommen, schrieb Sprecherin Katie Miller am Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter. Miller, die mit Trumps einflussreichem Berater Stephen Miller verheiratet ist, war zuletzt auch in Kontakt mit dem Vizepräsidenten, Journalisten und ranghohen Beamten gewesen.

Der Chef der Lebensmittel- und Arzneibehörde FDA, Stephen Hahn, begann wegen seines Kontaktes zu Miller als Vorsichtsmaßnahme eine zweiwöchige Phase der Isolierung, wie US-Medien berichteten. Ein Test sei bei Hahn am Freitag negativ ausgefallen, berichteten die Nachrichtenseiten Politico und CNN. Bei einem Termin am Donnerstag etwa trug Miller keine Gesichtsmaske und unterhielt sich mit Journalisten, berichtete die Korrespondentin der Zeitung "Las Vegas Review-Journal". Auch Pence habe bei dem Termin - entgegen der Empfehlung der US-Gesundheitsbehörde CDC - keine Maske getragen.

Sowohl Trump als auch Pence seien am Freitag erneut getestet worden und seien nicht mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, hieß es aus dem Weißen Haus. Trump hatte Millers Infektion zuvor öffentlich gemacht: "Sie wurde kürzlich getestet und der Test war negativ und dann wurde sie heute aus irgendeinem Grund positiv getestet", sagte Trump bei einem Treffen mit republikanischen Senatoren und Abgeordneten. Pence treffe alle nötigen Vorsichtsmaßnahmen, sagte er. Mehrere US-Medien zitierten Trumps Stabschef Mark Meadows mit den Worten, das Weiße Haus sei "vermutlich der sicherste Ort", an dem man sein könne.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, versicherte, es gebe in der Regierungszentrale strenge Sicherheitsvorkehrungen. Auch beim Secret Service, der unter anderem für den Schutz des Präsidenten zuständig ist, gab es elf bestätigte Coronavirus-Fälle, wie die "New York Times" berichtete. Es blieb aber unklar, ob die Mitarbeiter im Weißen Haus beschäftigt waren oder anderswo.

Präsident Trump macht Druck, die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Beschränkungen wieder aufzuheben, damit die Menschen wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren können und sich die Wirtschaft erholt. Die Arbeitslosigkeit in den USA war zuletzt sprunghaft gestiegen - und das wenige Monate vor der Präsidentenwahl. Die jüngsten Infektionen im Weißen Haus zeigten allerdings, wie schwierig die von Trump angestrebte Rückkehr zu einer Normalisierung sein dürfte, während das Virus sich im Land weiter ausbreitet.

"Das Virus ist im Weißen Haus", zitierte die "New York Times" die Expertin für Nationale Sicherheit, Juliette Kayyem, die für die Regierung von Trumps Vorgänger Barack Obama arbeitete. "Ob es eingedämmt ist oder nicht, werden wir früh genug wissen." Aber die Tatsache, dass ein gesicherte Ort, der Zugang zu den besten Mitteln zur Verringerung des Risikos habe, nicht in der Lage sei, das Virus aufzuhalten, "kann das Vertrauen in die Fähigkeit, es zu besiegen, untergraben", sagte Kayyem demnach.

Pence besuchte am Freitag den Bundesstaat Iowa. Kurz vor seinem Abflug aus Washington wurden jene Mitarbeiter, die zuletzt mit Miller in Kontakt gewesen waren, von der Reise abgezogen.

Am Donnerstag hatte das Weiße Haus mitgeteilt, dass ein Mitarbeiter Trumps mit dem Coronavirus infiziert sei. Der Präsident sei seitdem negativ auf das Virus getestet und worden und bei bester Gesundheit, betonte ein Sprecher. Trump selbst sagte am Donnerstag, er habe nur sehr wenig Kontakt mit dem Mitarbeiter gehabt. Die Corona-Tests im Weißen Haus würden nun täglich und nicht nur wöchentlich gemacht.

Bislang sind in den USA der Universität Johns Hopkins zufolge knapp 1,3 Millionen Corona-Ansteckungen nachgewiesen worden. Das entsprach etwa jeder dritten bekannten Infektion mit dem neuartigen Erreger Sars-CoV-2 weltweit. Mehr als 77.000 Menschen starben in den USA.

Quelle: DPA