Prepaid-Pläne: Strom für Arme bald nur noch gegen Vorkasse?

© dpa, Bernd Weißbrod

11. November 2013 - 7:59 Uhr

Vorhaben der möglichen großen Koalition

Gibt es für Arme in Deutschland Strom bald nur noch gegen Vorkasse? Diese Pläne gibt es jedenfalls in den Verhandlungen für eine große Koalition. Um die wachsende Zahl von Stromsperren einzudämmen, planen Union und SPD für den Verbrauch 'Prepaid-Karten' wie beim Handy.

So bekämen die Versorger ihr Geld und die Verbraucher müssten nicht auf Strom verzichten, sagte die CDU-Politikerin Mechthild Heil der 'Saarbrücker Zeitung'. Sie leitet für die Union die Arbeitsgruppe Verbraucherschutz in den Koalitionsverhandlungen. Der Chefunterhändler der SPD-Seite, Ulrich Kelber, sagte, Kunden würden dann "achtsamer und sparsamer mit ihrem Verbrauch umgehen".

Nach Informationen der Zeitung ist geplant, dass die Verbraucher Stromkontingente auf 'Prepaid-Karten' laden oder ihr Guthaben online beziehen können. Das Vorkasse-Verfahren solle verhindern, dass sich Monat für Monat Stromschulden auftürmten, die dann zur Sperre und noch höheren Kosten führten. Die Energieversorger sollen dem Bericht zufolge dazu verpflichtet werden, ihre Stromzähler umzurüsten. Laut Heil sei dafür eine Frist von zehn Jahren vorstellbar.