Halb so teuer

Baulandpreise in Niedersachsen liegen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt

Mit Holzlatten sind die Eckpunkte für den Bau eines Eigenheimes auf einem Grundstück abgesteckt. Foto: Patrick Pleul/Archiv
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16. September 2020 - 16:06 Uhr

Baulandpreise kletterten 2019 auf Rekordniveau

Wer sich im vergangenen Jahr den Traum vom selbstgebauten Eigenheim erfüllen wollte, der musste bereits beim Kauf des Grundstücks tief in die Tasche greifen: 189,51 Euro bezahlten Bauherren deutschlandweit im Schnitt für einen Quadratmeter – laut Statistischem Bundesamt ein neuer Rekordwert. Vor zehn Jahren hatte der durchschnittliche Quadratmeterpreis noch bei preiswerteren 122 Euro gelegen.

Die Auswertungen des Statistischen Bundesamtes verzeichnen jedoch auch eine Überraschung. In Niedersachsen lagen die Baulandpreise im Jahr 2019 deutlich unter dem bundesweiten Schnitt.

Deutlich preiswerteres Bauen in Niedersachsen

Mit rund 96,80 Euro pro Quadratmeter war das Bauland in Niedersachsen beinahe um die Hälfte günstiger als im deutschlandweiten Vergleich. Damit lag das Flächenland in der selben Preisklasse wie Sachsen (96,51 Euro pro Quadratmeter). Wer jetzt mit dem Gedanken spielt, spontan nach Niedersachsen umzusiedeln, der wird jedoch enttäuscht: Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Baulandpreise in den ersten drei Monaten dieses Jahres bereits auf 101,12 Euro.

Nur ein Bundesland im Norden war günstiger

Mit 56,10 Euro pro Quadratmeter bot nur Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr günstigeres Bauland im Norden als Niedersachsen. In Schleswig-Holstein zahlte man durchschnittlich 133,15 Euro, in den beiden Stadtstaaten lagen die Preise noch höher: So mussten Bauherren in Bremen stolze 252,68 Euro aufbringen, Hamburg sicherte sich mit einem Durchschnittswert von 1.157,91 Euro pro Quadratmeter den zweiten Platz im deutschlandweiten Vergleich. Teureres Bauland gab es nur in Berlin mit 1.328,48 Euro je Quadratmeter.

Warum steigen die Baulandpreise?

Das Statistische Bundesamt hat auch nach Gründen für die steigenden Baulandpreise in Deutschland gesucht. Die Lösung ist dabei recht simpel: Laut den Statistikern steigen die Kaufpreise für Bauland tendenziell mit einer steigenden Gemeindegröße. Da viele Menschen gerne in Ballungsgebieten bauen und wohnen wollen, gibt es an diesen Orten weniger freie Bauflächen. Diese werden also zur Mangelware, was wiederum zu einem Anstieg der Baulandpreise führt. Somit ist das Bauen auf dem Land und in kleinen Gemeinden im Schnitt deutlich preiswerter als das Bauen in der Stadt.

Quelle: DPA / RTL.de