Preisgelder in der F1: Ferrari lässt Mercedes stehen

Preisgelder der F1-Saison 2015 in Millionen US-Dollar

Bernie Ecclestone, Sebastian Vettel
Dank des eigenwilligen Verteilungsschlüssels von F1-Boss Bernie Ecclestone sahnt Sebastian Vettels Ferrari-Team mal wieder ordentlich ab.
Getty Images/Bongarts

Ferrari ist wieder die Nummer 1 der Königsklasse - zumindest in der Geldrangliste der Formel 1. Laut übereinstimmenden Medienberichten werden der Scuderia in diesem Jahr 192 Millionen Dollar (169 Millionen Euro) von Chefpromoter Bernie Ecclestone überwiesen, das Weltmeisterteam Mercedes erhält 'nur' 171 Millionen Dollar Preisgeld.

Die kleineren Teams müssen sich mit deutlich weniger Geld zufrieden geben. Von den 965 Millionen Dollar, die verteilt werden, greifen Ferrari, Mercedes, Red Bull und Williams mit 594 Millionen Dollar allein rund 65 Prozent der so genannten "Bernie Money" ab.

Der F1-Boss regelt den Fluss der Preisgelder nach einem komplizierten Verteilungsschlüssel. Dabei werden die großen Teams bevorzugt, besonders Ferrari wegen seiner historischen Bedeutung für die Formel 1. Auch die Ergebnisse der vergangenen Jahre spielen eine Rolle. Deshalb geht das neue Haas-Team auch komplett leer aus.

Die leistungsbezogenen Preisgelder setzen sich aus zwei Teilen zusammen: Erstens erhält jeder Rennstall, der in zwei der drei vergangenen Jahre ein F1-Team stellte, 33,5 Millionen Dollar (in Summe 335 Millionen Dollar). Auf Basis der Konstrukteurs-WM werden zweitens weitere 335 Millionen Euro verteilt.

Die Premiumhersteller (Ferrari, Mercedes, Red Bull, Williams und McLaren) kassieren Sonderzahlungen zwischen 32 und 39 Millionen Euro.

Zusätzliche Boni erhalten die Teams für ihre Bedeutung für die Formel 1 (Ferrari/70 Millionen und Williams/10 Millionen), für den Gewinn der Fahrer und Konstrukteurs-WM (Mercedes/35 Millionen) und für ein bis 2020 geltendes Concorde-Agreement (Red Bull/20 Millionen).

Eine zumindest im Ansatz solidarische Verteilung der Einnahmen wie etwa in der Fußball-Bundesliga ist der Formel 1 bisher fremd. Das ist ein Grund dafür, warum Rennställe wie Sauber oder Force India ständig ums finanzielle Überleben kämpfen müssen. Die beiden Teams hatten 2015 bei der EU-Wettbewerbskommission deshalb sogar eine Beschwerde eingelegt.

Team (WM-Platz) Gesamteinnahmen LeistungBonus Anteil
Ferrari (2. Platz)19287 10519,90 %
Mercedes (1. Platz) 171977417,72 %
Red Bull (4. Platz) 144707414,92 %
Williams (3. Platz) 8373109,02 %
McLaren (9. Platz) 8250328,50 %
Force India (5. Platz) 67676,94 %
Lotus/Renault (6. Platz) 64646,63 %
Toro Rosso (7. Platz) 57575,91 %
Sauber (8. Platz) 54545,60 %
Manor (10. Platz) 47474,87 %
Haas (-)
Summe 965 670 295 100 %