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Präsidentenwahl in Russland: Darf es noch eine Amtszeit mehr sein?

Wahl in Russland: Der alte Präsident wird der Neue sein
Wahl in Russland: Der alte Präsident wird der Neue sein Selbst Putins Anhänger haben Angst 01:52

Putin ist nicht nur ein Politiker

Wenn Russland am Sonntag seinen Präsidenten wählt, gibt es keine Zweifel daran, dass Wladimir Putin wieder siegen wird. Für viele Russen ist er nicht einfach ein Politiker. Er ist der Präsident. Der Mann, der Russland seinen Stolz zurückgegeben hat. Doch selbst bei seinen Anhängern ist die Angst groß, seine Meinung frei zu äußern.

Umfragen sehen Putin bei 70 Prozent

Russlands Präsident Wladimir Putin
Es gilt als sicher, dass Wladimir Putin noch einmal gewählt wird. © REUTERS, Sputnik Photo Agency, EI/BSP

Umfragen zufolge dürfte Wladimir Putin ungefähr 70 Prozent der Stimmen bekommen. Die anderen sieben Bewerber gelten als chancenlos. Es ist keine Frage, ob Putin seine vierte Amtszeit antreten wird. Als Indiz für die Stimmung im Land sehen Experten vor allem die Höhe der Wahlbeteiligung. 

Am Tag vor der Wahl ruht der Wahlkampf dem Gesetz zufolge. Die Polizei ging aber am Samstag in mehreren Städten gegen Anhänger des Oppositionellen Alexej Nawalny vor, der zu einem Boykott aufgerufen hat. Die Büros seiner Bewegung in Tula, Pensa, Stawropol, Tjumen und Nowokusnezk wurden durchsucht. Mehrere Aktivisten seien festgenommen worden, schrieb Nawalny auf Twitter. Nawalny selbst wurde wegen einer juristisch zweifelhaften Vorstrafe nicht als Kandidat für die Wahl zugelassen. 

Erstmals stimmen auch die Bürger der 2014 einverleibten ukrainischen Krim über den russischen Präsidenten ab. Auf der Halbinsel sind knapp 1,5 Millionen Menschen stimmberechtigt. Die Wahl wurde absichtlich auf den 18. März gelegt, den vierten Jahrestag der Annexion. 

"Die Sanktionen sollen uns nur gegen unseren Präsidenten aufbringen"

Für Putin ist die Annexion der Krim einer der größten Erfolge seiner dritten Amtszeit. Viele Russen verehren ihn dafür. "Die Krim ist absolut russisch, warum sollten wir den Anschluß nicht anerkennen?", sagt Wjatscheslaw Logowinow, ein Rentner aus Pereslawl-Salesski. Die Stadt liegt zweieinhalb Stunden von Moskau entfernt. Vom Westen fühlen sich Logowinow und seine Frau wie viele Putin-Anhänger ungerecht behandelt. "Von allen Seiten werden wir unterdrückt, der Westen versucht uns Angst zu machen", sagt Logowinows Frau und zeigt sich beim Einkaufen zufrieden mit ihrem Leben. "Die Wirtschafts-Sanktionen bringen nichts, sie sollen uns nur gegen unseren Präsidenten aufbringen."

Der Streit um den Giftanschlag auf den früheren Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien stärkt dieses Bild zusätzlich. London, Berlin, Paris und Washington werfen Moskau vor, in den Angriff mit Nervengift verwickelt zu sein. Der Westen gegen Putin, den Guten. 

Warum aber selbst Putins Anhänger sich ganz genau überlegen, was sie sagen, sehen Sie im Video.

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