Präsidentenwahl in Frankreich: Das Dorf Donzy gilt seit 30 Jahren als Wahlorakel

Kandidaten liefern sich knappes Rennen in den Umfragen

​​Spannung in Frankreich: Drei Tage vor der Präsidentschaftswahl liefern sich die Kandidaten in Umfragen ein enges Rennen. Der Sozialliberale Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen lagen zuletzt weit vorn. Doch auch der Konservative François Fillon und der Linke Jean-Luc Mélenchon haben noch gute Chancen.

Einwohner in Donzy wissen noch nicht, wen sie wählen sollen

Das Dorf Donzy im Herzen Frankreichs gilt als repräsentativ, wenn es um die Präsidentenwahl in unserem Nachbarland geht. Seit 30 Jahren holte hier immer der Kandidat die meisten Stimmen, der später auch Präsident wurde. Doch dieses Jahr wissen nicht einmal die Bewohner von Donzy, wen sie wählen sollen.

In der 1.600-Seelen-Gemeinde Donzy, die etwa zwei Autostunden südlich von Paris entfernt liegt, sind die meisten Bewohner noch unsicher, bei welchem Kandidaten sie ihr Kreuz machen sollten. RTL-Reporterin Cosima Gill hat mit den Bewohnern gesprochen – so auch mit Caroline Himpe. Die Kosmetikerin lebt seit acht Jahren in dem idyllischen Örtchen und glaubt, dass der Front National, die Partei von Marine Le Pen, bei der ersten Wahl stark abschneiden wird. „Viele Menschen haben Angst: Angst vor der Globalisierung, den Attentaten und vor allem, was gerade in der Welt passiert. Den Front National zu wählen, ist eine Art, mit ihren Ängsten umzugehen", sagt die Französin. Wen sie letztendlich aber wählen wird, wisse sie noch nicht. Wie andere Einwohner Donzys denken, können Sie im Video sehen.

So unentschieden wie die Menschen aus Donzy ist auch der Rest Frankreichs. Dieses Mal könnte das Wahlorakel versagen – viele werden sich wohl erst in letzter Sekunde vor der Wahlkabine entscheiden.

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Präsidentenwahl in Frankreich könnte schicksalhaft für Europa sein

Wahlunterlagen französischer Präsidentschaftskandidaten liegen nebeneinander. Auf den Unterlagen ist der Konterfei von Fillon, Macron und Le Pen zu sehen.
Wahlunterlagen zu Frankreichs Präsidentschaftskandidaten.
dka, dpa, Daniel Karmann

Dabei könnte die Wahl schicksalhaft für Europa sein. Denn Le Pen will Frankreich aus dem Euro führen und ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft ansetzen. Auch der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon kritisiert die EU. Er will die europäischen Verträge neu verhandeln - andernfalls droht er ebenfalls mit einem Austritt.

Eine am Mittwoch von Ipsos-Sopra Steria veröffentlichte Umfrage sah den Sozialliberalen Macron mit 23 Prozent und Le Pen mit 22,5 Prozent vorn. Der Konservative Fillon lag bei 19,5 Prozent und Mélenchon bei 19 Prozent. Allerdings seien 28 Prozent der befragten Wähler noch unschlüssig, wen sie wählen sollten. Wenn bei der ersten Runde am Sonntag wie erwartet kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommt, treffen die zwei stärksten Bewerber in der entscheidenden Stichwahl am 7. Mai aufeinander.