Nach Entführung eines 6-jährigen Mädchens vor Möbelhaus

Kinderschänder legt Geständnis ab

Den Polizisten hatte Kim erzählt, "geklaut" worden zu sein.
© Polizei

11. Januar 2020 - 13:33 Uhr

Entführung vor Möbelhaus in Potsdam

Vor einem Möbelhaus in Potsdam entführte der arbeitslose Willi D. (58) im Mai 2019 ein sechsjähriges Mädchen. Er hielt die kleine Kim (Name geändert, Anm. d. Red.) mehrere Stunden in seiner Wohnung fest und missbrauchte sie dort sexuell. Vor dem Landgericht Potsdam gestand Willi D. jetzt unter Ausschluss der Öffentlichkeit seine Taten.

"Er weiß, dass er großen Schaden bei dem Kind und seinen Eltern angerichtet hat"

Willi D.s Anwalt Thomas Arndt verlas das Geständnis, in dem alle Anklagepunkte eingeräumt werden: "Es tut ihm leid. Er weiß, dass er großen Schaden bei dem Kind und seinen Eltern angerichtet hat und dass er das nicht rückgängig machen kann." Willi D. war der Freiheitsberaubung, Kindesentziehung, Körperverletzung und sexueller Handlungen gegen den Willen des Opfers angeklagt

Willi D. entführte Kim vor Möbelhaus und nahm "beischlafähnliche Handlungen" an ihr vor

Am 25. Mai 2019 war das Mädchen mit seinem Vater und drei Geschwistern in einem Möbelhaus in Potsdam einkaufen. Beim Verlassen des Möbelhauses rannte die Kleine vor. Als der Vater an der Tür ankam, war Kim verschwunden. 22 Stunden suchte die Polizei nach dem kleinen Mädchen. Die Polizei fand das Kind am nächsten Tag weinend auf der Straße. Die Polizei nahm den 58-jährigen Willi D. fest.

Der Arbeitslose hatte das Mädchen an die Hand genommen und war mit ihm zu seiner Wohnung gegangen. Dort verging er sich laut Gericht sexuell an ihr und nahm "beischlafähnliche Handlungen" vor. Außerdem bedrohte er sie mit einem Messer. Sein Anwalt dazu: "Es war aber nicht das, was man sich unter einer Vergewaltigung vorstellt. Die Hose blieb zu." Danach schlief der stark alkoholisierte Willi D. seinen Rausch aus. Für Kim die Chance, sich aus der Wohnung zu schleichen.

Willi D. sah Schatten und hörte Stimmen

Willi D. lebt seit etwa 15 Jahren in einem Plattenbau in Potsdam. Seinen Nachbarn ist er vor allem wegen seines starken Alkoholkonsums bekannt.

Schon zu DDR-Zeiten soll der 59-Jährige zweimal wegen Missbrauchs und Vergewaltigung verurteilt worden sein. 1984 wurde er wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu einem Jahr Haft verurteilt. 1988 zu zwei Jahren wegen Vergewaltigung im schweren Fall.

Willi D. sagt selbst, er sehe Schatten und höre Stimmen, die sagten "Nimm sie mit!". Sonst geschehe seiner Mutter etwas.​