Jetzt kämpft sie für den Bau von Baby-Boxen

Mit Hilfe ihres Hundes: Frau findet ausgesetztes Baby in Kanalisation

© Facebook/ Cornie Viljoen

14. Oktober 2019 - 12:41 Uhr

Charmaine Keevy hat dem Baby das Leben gerettet

Was für ein Glück, dass diese Frau zur richtigen Zeit am richtige Ort war: Weil ihr Dackel beim Spazierengehen hartnäckig bellte, hat Charmaine Keevy aus dem südafrikanischen Port Elizabeth ein Neugeborenes in einem Gully gefunden - und dem kleinen Mädchen damit das Leben gerettet. Jetzt setzt sie sich dafür ein, dass in ihrem Heimatort sogenannte "Baby-Boxen" aufgestellt werden.

Im Abwasserkanal lag ein Neugeborenes

Charmaine Keevy
Weil sie so aufmerksam war, rettete Charmaine Keevy einem ausgesetzten Baby das Leben.
© Facebook/ Charmaine Keevy

Warum Dackel Georgie beim Spaziergang nicht von einem Gullydeckel wegzubekommen war und wie wild bellte, verstand die Südafrikanerin Charmaine Keevy zunächst nicht. Bis sie sich die Stelle genauer anschaute - und aus dem Gully ein leises Geräusch vernahm, das dem Maunzen einer Katze glich. Als sie näher herantrat, merkte sie, dass es das Wimmern eines Babys war.

Keevy hielt daraufhin einen Autofahrer an und bat um Hilfe. Gemeinsam mit dem 60-jährigen Cornie Viljoen entfernte sie den Deckel vom Gully. Im Abwasserkanal darunter fanden sie, neben einem Haufen roter Ameisen kauernd, tatsächlich ein Neugeborenes. Es trug noch seine Nabelschnur und weinte bitterlich. 

Baby wurde auf den Namen Grace April getauft

Im Krankenhaus wurde das kleine Mädchen behandelt und von den Mitarbeitern auf den Namen Grace April getauft. Für Keevy war es eine glückliche Fügung, die Kleine überhaupt entdeckt zu haben: "Ich glaube wirklich, dass ich von Gott dazu bestimmt wurde, dieses Baby zu finden. Normalerweise gehe ich mit meinem Hund einen anderen Weg - aber aus irgendeinem Grund habe ich dieses Mal diesen Weg genommen. Ich fühle einfach, dass es für das Leben dieses kleinen Mädchens eine Bestimmung gibt", sagte sie zur US-amerikanischen "Epoch Times".

Keevy setzt sich nun für Baby-Boxen ein

Nachdem sie das kleine Mädchen im April 2018 gefunden hatte, stand für Keevy fest: So etwas soll in ihrer Heimatstadt künftig nicht mehr passieren. Stattdessen sollen verzweifelte Mütter, die keinen anderen Ausweg wissen, ihr Baby anonym, aber dennoch sicher abgeben können.

Wenige Monate, nachdem die kleine Grace April im Gully gefunden wurde, hatte Keevy bereits mehrere Geldgeber zusammen, die seitdem das Aufstellen solcher Baby-Boxen in Port Elizabeth finanzieren. Mit ihrem Einsatz wurden schon zahlreiche Boxen gebaut, in denen Mütter ihre Kinder unauffällig und sicher ablegen können. Und das funktioniert so: Wird eine Box geöffnet, wird ein stiller Alarm ausgelöst. Dieser informiert entsprechende Einrichtungen, die die Babys dann schnell abholen und ihnen helfen können.