Verdacht auf Besitz jugendpornografischer Fotos

Porno-Skandal an Bremer Schule: Lehrer suspendiert

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14. September 2019 - 21:40 Uhr

Bildungsbehörde suspendiert Lehrer

Die Bremer Bildungsbehörde hat einen Lehrer wegen des Verdachts auf den Besitz jugendpornografischer Fotos vom Dienst suspendiert. Das berichtete der "Weser-Kurier" am Samstag. Dem Pädagogen sei Hausverbot erteilt worden, hieß es. Weitere Schritte würden geprüft, das könnte auch die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis bedeuten.

Schwerer Verdacht gegen Bremer Lehrer

Im Rahmen von Ermittlungen wegen des Verdachts von Beihilfehandlungen in einem größeren Strafverfahren hat die Polizei den Computer des Mannes bereits im Jahr 2016 beschlagnahmt, heißt es in dem Bericht. Damals seien die Behörden zufällig auf die jugendpornografischen Bilddateien gestoßen und haben diese sichergestellt.

Doch das Material sei von den Ermittlern als strafrechtlich nicht relevant eingestuft worden, berichtet die Zeitung und beruft sich dabei auf die Staatsanwaltschaft in Bremen. Das Verfahren sei schließlich eingestellt worden.

So konnte der Pädagoge weiter an der Schule unterrichten. Obwohl der mutmaßliche Besitz des Bildmaterials durchaus Zweifel an seiner Eignung zum Umgang mit Kindern begründen könnte, heißt es im Bericht.

Pornografisches Material neu bewertet

Kürzlich habe die zuständige Fachdezernentin der Anklagebehörde die Fotos aber neu bewertet und als jugendpornografisch eingestuft. "Daraufhin wurde im Juli ein Ermittlungsverfahren gegen den Lehrer eingeleitet", sagte dazu Sprecher Frank Passade von der Staatsanwaltschaft Bremen am Samstag.

Der Anwalt des betroffenen Pädagogen reagierte darauf mit Unverständnis. "Ich kann das nicht nachvollziehen, schließlich hatte die Polizei die Akten schon einmal geschlossen", zitierte die Zeitung den Anwalt des Lehrers zu den Vorwürfen.

Das Bildungsressort von Senatorin Claudia Bogedan (SPD) wollte zu der Angelegenheit offenbar nicht Stellung nehmen. Die Zeitung will jedoch aus behördeninternen Quellen erfahren haben, das es in den vergangen Jahren keinen Vorgang ähnlicher Tragweite gegeben hat.