Ein Arzt klärt auf

Das hilft wirklich gegen vergrößerte Poren

Das hilft wirklich gegen vergrößerte Poren.
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19. September 2020 - 7:49 Uhr

Verkleinerung ist möglich

Viele Frauen ärgern sich über ihre grobporige Haut, die glänzt und oft zu Mitessern neigt. Um das Hautbild zu verfeinern sollte man einige Dinge beachten und vor allem wissen, welche Behandlungsmethoden wirklich funktionieren und welche nicht. Ein Dermatologe verrät, wie große Poren verfeinert werden können.

von Isabel Michael

Warum haben wir Poren?

Über 300.000 Poren hat der menschliche Körper. Poren sind die Öffnungen für die Haarfollikel in der Unterhaut, aus denen Talg abfließt. Sie sind überall dort vorhanden, wo Haarwurzeln zu finden sind – also fast auf der gesamten Hautoberfläche. Ausgenommen sind lediglich die Handinnenflächen, Schleimhäute und die Fußsohlen. "Die Poren sind da besonders groß, wo die Talgdrüse, die diese Pore als Ausführungsgang benutzt, besonders stark ausgebildet ist. Das ist besonders im Gesicht und in der T-Zone der Fall, aber auch im oberen Rücken und im Dekolleté", sagt der Hamburger Dermatologe Prof. Dr. Volker Steinkraus im Interview mit RTL.de.

Wie kommt es zu vergrößerten Poren?

Hauptsächlich ist die Porengröße genetisch bedingt. Deshalb kann jemand, der eine sehr großporige Haut hat, nicht erwarten, dass die Poren wieder vollkommen unsichtbar werden. Menschen mit einer Mischhaut oder einer eher fettigen Haut, neigen vermehrt zu vergrößerten Poren. Das liegt daran, dass die Talgdrüsen ausgeprägter sind und somit mehr Talg produziert wird. "Wenn die Talgdrüse wächst, dann wird die Pore größer, weil der ganze Apparat an dem die Talgdrüse hängt, größer wird. Dann sieht man die Pore", sagt Steinkraus. Die Betroffenen haben aufgrund der vermehrten Talgproduktion auch öfter mit Pickeln oder gar Akne zu kämpfen. "Akne kann nur dort entstehen wo die Talgdrüse aktiv und die Pore folglich groß ist", betont der Hautarzt. Doch Pickel und Mitesser können die Poren zusätzlich dehnen. Deswegen sollte die Haut immer gut gereinigt werden. Um die Talgproduktion zu drosseln und damit der Pickelentstehung vorzubeugen kann ein gesunder Lebensstil nicht schaden. Besonders sollte auf Alkohol, Nikotin und übermäßigen Stress verzichtet werden. Manchen Betroffenen hilft es auch, Milch und Milchprodukte wegzulassen.

Eine kleinere Rolle bei der Porengröße spielt das Alter: "Die Poren werden mit dem Alter wahrscheinlich etwas größer, aber nicht zwingend. Eigentlich ist so eine ausgebildete Pore gleich groß", sagt Steinkraus.

Vitamin A

Ist die Pore erst einmal vergrößert, zieht sie sich von alleine nicht mehr zusammen. Es gibt jedoch ein paar Mittel, damit die Poren kleiner wirken. Am effektivsten ist laut dem Dermatologen der Einsatz von Vitamin A haltigen Cremes, Seren* 🛒 oder Isotretinoin-Tabletten (Vitamin-A-Derivat). Die Poren können hier laut Steinkraus nach einer gewissen Zeit dauerhaft um bis zu 60 Prozent verkleinert werden, da die Talgdrüsenaktivität gesenkt wird. Die Behandlung mit Isotretinoin ist jedoch häufig mit vielen unschönen Nebenwirkungen, wie Hauttrockenheit, verbunden und darf nicht von Frauen mit Kinderwunsch durchgeführt werden. "Es könnte zu Missbildungen beim Kind kommen", warnt der Hautarzt. Wer nicht unter Akne leidet, greift daher am besten zu der topischen Variante.

Elektrischer Porenreiniger

Idealerweise verwendet man auch ein- bis zweimal wöchentlich einen elektrischen Porenreiniger* 🛒. Dieser befreit die Poren von Talg, Mitessern und Schmutz, sodass sie sich zusammenziehen. "Es kommt zu einer leichten Verkleinerung der Porengröße aber es ist keine Maßnahme, die eine große Verbesserung zur Folge hat", sagt Steinkraus. Die mechanische Reinigung mit dem Saugknopf ist dennoch eine gute Alternative zu chemischen Peelings. Achtung: Elektrische Porenreiniger dürfen nicht bei Akne-Haut angewendet werden!

BPO-Waschlotion

Zur täglichen Reinigung empfiehlt Steinkraus außerdem Waschlotionen* 🛒 mit Benzylperoxid (BPO). Diese bekommt man rezeptfrei in der Apotheke.

Professionelle Gesichtsreinigung

Der Gang zur Kosmetikerin lohnt sich besonders für Frauen mit Hautproblemen wie Akne oder großen Poren. "Einmal alle paar Wochen sollte man zusätzlich zur professionellen Gesichtsreinigung. Mit dem Wasserdampf wird die Haut weich und dann kann man die Poren wunderbar ausdrücken", ergänzt der Experte.

Gesichtsmasken

Auch Zuhause können Sie etwas gegen zu große Poren tun. Gut geeignet sind beispielsweise Heilerde-Masken* 🛒, die dabei helfen verstopfte Poren zu befreien und das Hautbild zu verfeinern. Alternativ dazu eignen sich auch adstringierende Masken: "Wenn Sie die Maske entfernen haben sie das Gefühl, dass die Haut ein bisschen zu eng ist" sagt Steinkraus. Einen großen Poren verkleinernden Effekt kann man ihm zufolge dennoch nicht erwarten.

Mikrodermabrasion

Bei diesem Verfahren wird die oberste Hautschicht mit einem Schleifkopf mit Diamantaufsatz abgetragen. Häufig wird Mikrodermabrasion mit einem Fruchtsäurepeeling kombiniert. So wirken die Poren kleiner.

Laserbehandlung

Eine weitere professionelle Methode zur Porenminimierung ist eine Laserbehandlung. Hier werden die Kollagenproduktion und die Hautzellneubildung angeregt. Somit verkleinern sich die Poren.

Das richtige Make-up

Auch wenn Sie zu großen Poren neigen, können Sie Make-up verwenden. Es hat "keinen Einfluss auf die Porengröße", so der Hautarzt. Jedoch können ungeeignete Produkte die Poren verstopfen und somit vergrößern. Deshalb sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Bezeichnung "nicht komedogen" auf der Verpackung vorhanden ist. So werden die Poren nicht noch zusätzlich verstopft und die Pickelbildung verhindert. Vor dem Auftragen einer geeigneten Foundation* 🛒 oder BB/CC Creme, sollten Sie einen Pore Minimizer als Make-up-Primer* 🛒 auftragen. Große Poren werden einfach optisch aufgefüllt und kaschiert.

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