Grünes Gemüse verleiht tatsächlich Muckis

Popeye-Effekt: Forscherin will im Spinat enthaltene Substanz auf Doping-Liste setzen

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25. Juni 2019 - 16:06 Uhr

Spinat gibt wirklich Power

Seit Comic-Held Popeye wissen wir: Spinat verleiht Superkräfte. Der Seemann muss sich nur eine Dose davon einflößen und schon werden aus seinen schlaffen Ärmchen Mucki-Monster. Und jetzt die schlechte Nachricht für alle Spinat-Liebhaber im Spitzensport: Eine Doping-Forscherin empfiehlt der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), einen im Spinat enthalteten Stoff auf die schwarze Liste zu setzen. Der Grund: das grüne Gemüse macht wirklich stärker.

Studie beweist Popeye-Effekt

Eine Substanz, die in Spinat steckt, gehört auf die Doping-Liste. Diese Ansicht vertritt Maria Parr vom Institut der Freien Universität Berlin. Sie leitete eine Studie, die zu folgendem Ergebnis kommt: Der im Spinat enthaltene Stoff Ecdysteron führt zu einem deutlichen Kraft-Zuwachs und steigert die Leistung - genau wie bei Popeye.

Dreimal höherer Kraft-Zuwachs dank Ecdysteron

Unterstützt von der WADA, verabreichten die Wissenschaftler 46 Sportlern während eines zehnwöchigen Krafttrainings entweder ein Placebo oder Ecdysteron. Resultat: Die Ecdysteron-Mampfer hatten einen dreimal höheren Kraft-Zuwachs als die Placebo-Schlucker.

Man habe vermutet, dass es eine Leistungssteigerung gebe, sagte Par dem ARD-Radio und Arte: "Aber dass die so groß sein würde, das hatten wir nicht erwartet."

WADA muss entscheiden

Die Professorin empfiehlt der WADA deshalb, Ecdysteron auf die Doping-Liste zu setzen. Ein Experten-Gremium der WADA entscheidet.

Ob die Spinat-Freaks unter den Sportlern künftig auf ihr grünes 'Doping' verzichten oder ihre Spinat-Ration so dosieren müssen, dass sie keinen kritischen Ecdysteron-Wert überschreiten, ist also noch offen.

Den Choleriker Popeye würde ein Spinat-Verbot jedenfalls mächtig rotieren lassen - so viel ist sicher.