Pool Champions: Caroline Noeding im Interview

© RTL / Ruprecht Stempell

21. Juni 2013 - 15:07 Uhr

Caroline Noeding: "Ich bin eigentlich ein ziemlich fauler Typ"

Als "Miss Germany 2013" wurde sie zur derzeit schönsten Frau Deutschlands gewählt. Jetzt wagt sich Caroline Noeding bei den "Pool Champions" ins Wasser. Doch davor hat die Mathestudentin richtig Angst. Warum sie eigentlich ein ziemlich fauler Typ ist, verrät sie im Interview.

Was reizt Sie an "Die Pool Champions", warum sind Sie bei der Show dabei?

Caroline Noeding: "Wir machen ja nicht nur Wasserspringen, sondern auch Synchronschwimmen, wo ich eher meine Stärke und mein Talent sehe. Ich mache in erster Linie mit, weil es für mich ein kleines Experiment ist, mich mit meiner größten Angst zu konfrontieren und über meine Grenzen hinauszuwachsen. Und wenn ich dann aus der Show gehe und etwas für mich persönlich gewonnen habe, dann bin ich sehr zufrieden. Ich merke bereits jetzt im Training, ich bin schon wesentlich weiter, als ich es mir vorher selbst zugetraut habe."

Welche Disziplin ist für Sie die größere Herausforderung – Wasserspringen oder Synchronschwimmen?

Caroline Noeding: "Auf ein Drei-Meter-Brett zu gehen ist für mich Zittern und eine große Überwindung, da runter zuspringen. Ich weiß nicht, was ich bis zur Show schaffe. Das werden wir sehen. Auf das Synchronschwimmen will ich mich gut vorbereiten, um dann im Wasser ein ästhetisches Bild abzugeben. Das fängt ja bereits bei der Beweglichkeit an. Auch, was Körperspannung und Kondition betrifft - da muss ich echt Sport treiben, damit ich da mithalten kann. Ich dachte immer, das sei so eine einfache Geschichte, von weitem sah das immer so elegant und einfach aus: Ein bisschen wie bei 'Alle meine Entchen - Beine in die Höh!' Aber so leicht ist es dann doch nicht – die Mädchen sind richtig durchtrainiert. Da muss ich mich ganz schön am Riemen reißen!"

Als "Miss Germany 2013" sind sie offiziell die schönste Frau Deutschlands. Wie halten sie ihren Körper in Form?

Caroline Noeding: "Ich bin nicht das, was man sich unter einer 'Miss Germany' vorstellt. Man bringt eine 'Miss' immer in Verbindung mit schicken Kleidern, einem durchtrainierten Körper und vor allem mit viel Sport. Ich bin das Gegenteil davon, denn ich treibe aus zeitlichen Gründen fast keinen Sport. Das liegt zum einen an meiner Faulheit und zum anderen daran, dass ich eher ein gemütlicher Mensch bin. (lacht) Das Training für "Die Pool Champions" ist für meinen Körper auch eine große Veränderung, denn er muss wieder von 0 auf 100 gebracht werden. Er weiß gar nicht, wie ihm gerade geschieht!"

Haben Sie Probleme damit, im Fernsehen mit Bikini aufzutreten? Oder ist alles ganz entspannt?

Caroline Noeding: "Natürlich denken viele, dass eine 'Miss Germany' einen makellosen und durchtrainierten Körper hat. Auch ich bin im Badeanzug nicht makellos. Ich bin einfach nur gut darin, meine Schwachstellen nicht zu zeigen und sie geschickt zu verdecken. In der Show wird mir das aber nicht mehr so einfach gelingen, was ich aber überhaupt nicht schlimm finde. Ich bin eine ganz normale Frau mit einem ganz normalen Körper. Und vielleicht zeigt gerade das den Zuschauerinnen, dass auch eine 'Miss Germany' nicht perfekt ist. Jeder sollte zu seinem Körper stehen, das liegt mir sehr am Herzen."

Caroline: "Für mich ist das ein Wettkampf mit mir selbst"

Wie muss man sich den Alltag einer 'Miss Germany' vorstellen? Was haben sie vorher gemacht?

Caroline Noeding: "Vor der Wahl zur 'Miss Germany 2013' war ich eine ganz normale Mathestudentin, die die meiste Zeit in der Wohnung über ihren Büchern verbracht hat, denn Mathe ist eigentlich ein Selbststudium. Hauptsache, man besteht die Prüfungen – und die sind nicht gerade einfach. Als Zweitfach habe ich Spanisch, um mir offenzuhalten, den 'Master of Education' zu machen und Lehrerin zu werden. Jetzt gerade habe ich ein Urlaubssemester, damit ich meinen derzeitigen Aufgaben als 'Miss Germany' nachkommen und auch bei den "Pool Champions" mitmachen kann. Das Studium wird aber auf jeden Fall beendet."

Sie repräsentieren Deutschland, aber ihre Wurzeln sind südamerikanisch...

Caroline Noeding: "Richtig, meine Eltern kommen beide aus Südamerika: Mein Vater ist in Peru geboren und meine Mutter in Kolumbien, aufgewachsen sind beide in Peru. Zum Studium sind sie dann nach Europa gekommen und wollten in Deutschland eine Familie gründen - da kam dann ich auf die Welt. Bis ich fünf Jahre alt war, habe ich nur Spanisch gesprochen. Dann habe ich aber auch Deutsch gelernt und bin zweisprachig aufgewachsen."

Als 'Miss Germany' sind Sie es gewohnt, im Rampenlicht zu stehen. Sind sie vor den großen Live-Shows trotzdem nervös?

Caroline Noeding: "Auf jeden Fall, weil ich zum ersten Mal eine neue Sportart vor Menschen mache, die mir dabei zuschauen. Ich habe zwar schon Volleyball gespielt, aber das ist nicht zu vergleichen – Wassersport ist für mich wirklich ganz neu! Und dann wird das auch noch bewertet! (lacht) Das ist eine echte Herausforderung und davor habe ich Respekt. Und ich werde sicher auch aufgeregt sein, logisch! Aber ich werde mein Bestes geben, dass es schön aussieht. Und wenn etwas schief läuft, dann ist das doch auch lustig und unterhaltsam. Ich sehe schon die Schlagzeilen – 'Miss Germany säuft ab'!" (lacht)

Wen sehen Sie als größten Konkurrenten bzw. Konkurrentin im Wettbewerb?

Caroline Noeding: "Für mich ist das in erster Linie ein Wettkampf mit mir selbst. Ich denke nicht an die Konkurrenz, als erstes denke ich wirklich an mich: Dass ich gegen meine Höhenangst vorgehe, dass ich mich damit selbst konfrontiere und über mich hinauswachse. Und, dass ich mich endlich mal sportlich betätige. Natürlich tritt man gegen die anderen an und wird von der Jury und den Zuschauern bewertet, aber darüber mache ich mir im Moment noch keinen Kopf. Ich kann den Ehrgeiz und die Sportlichkeit der anderen Kandidaten nicht einschätzen, das wird man sehen. Und wenn ich in der ersten Runde schon ausscheiden sollte, dann habe ich trotzdem für mich viel gewonnen. Natürlich wäre es schön, weit zu kommen. Der Titel "Pool Champion 2013" liegt aber noch außerhalb meiner Vorstellungskraft."