Ein Weihnachtsmarkt ist kein Ponyhof!

Tierschützer laufen Sturm gegen Ponykarussell auf Cranger Weihnachtsmarkt

28. November 2019 - 7:28 Uhr

Ponys und ein Esel im Cranger Ponykarussell

Vor einer Woche wurde der Cranger Weihnachtszauber im nordrhein-westfälischen Herne eröffnet - und sorgt seitdem für rege Diskussionen. Der Grund: Kinder können dort in einem sogenannten Ponykarussell auf Ponys und einem Esel reiten. Dazu müssen die Tiere bis zu sechs Stunden am Stück in einem Zehn-Meter-Kreis entlangtrotten. Tierschützer kritisieren das scharf und fordern ein Verbot des Karussells. 

Online-Petition soll Ponykarussell stoppen

Tierschützer Stefan Klippstein hat sich die Haltung der Ponys angeschaut und herausgefunden, dass diese auch nach dem Karussell weiter leiden müssen. Warum ihre Haltung tierschutzwidrig ist, erklärt der Tierschützer im Video.

Mit einer Online-Petition soll das Ponykarussell nun gestoppt werden. Mehr als 26.000 Menschen haben die Petition bereits unterzeichnet. Das Veterinäramt hat das Ponyreiten allerdings erlaubt - deshalb werde die Petition keine Wirkung haben, so ein Sprecher der Stadt Herne. Laut ihm halte der Pferdewirt alle Richtlinien ein, den Tieren gehe es auf dem Cranger Weihnachtszauber gut.

Peta und Tierschutzverband NRW fordern landesweites Verbot

Die Tierschutzorganisation Peta will ab dem 1. Dezember jeden Sonntag vor dem Ponykarussell demonstrieren. Laut Peta leiden die Tiere im Karussell sehr: Das stundenlange Laufen im Kreis führe zu Wirbel- und Gelenkschäden, dazu komme die seelische Belastung und der Stress, dem die Tiere auch durch die hohe Lärmbelastung ausgesetzt sind. Laut einer repräsentativen Umfrage von Peta sprechen sich 59 Prozent der Bürger für ein Ponyreit-Verbot aus. Trotzdem verbieten viele Städte es nicht.

Der Tierschutzverband NRW fordert im Fall von Herne, dass das Ponykarussell verboten wird. Grundsätzlich habe er nichts dagegen, wenn Kinder auf Ponys reiten, sagte Vizepräsident Ralf Unna dem WDR. Hier sei allerdings die Form das Problem: "Das Laufen im Kreis wird den Tieren nicht gerecht."

Derzeit entscheiden die Amtstierärzte in den jeweiligen Kommunen darüber, ob solche Pony-Attraktionen erlaubt werden. Der Tierschutzverband will, dass dies Sache des Landes wird. In Städten wie Düsseldorf, Duisburg, Hannover und Konstanz gibt es bereits ein Ponyreit-Verbot.