4. Januar 2017 - 17:43 Uhr

"Das Problem ist, dass die Strafverfolgung immer auf Milde erpicht ist"

Die Silvesternacht hat gezeigt, dass die Probleme mit jungen nordafrikanischen Straftätern noch nicht ausgestanden zu sein scheinen. Ein Teil von ihnen soll laut Kölner Polizei wieder aggressiv aufgefallen sein. Auffällig war vor allem die große Zahl an Nordafrikanern, die zum Jahresende nach Köln gereist war. Doch wer sind diese jungen Männer, die nicht nur Feiernde beklauen, sondern auch Frauen einkesseln und sexuell belästigen?

Der Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk wird auch Maghreb-Viertel oder Klein-Marokko genannt. Einige junge Leute unter ihnen werden straffällig, es gibt immer wieder Razzien der Polizei, doch die Täter können oft nicht abgeschoben werden, weil Ausweispapiere fehlen. Auch die Strafverfolgung wirkt wenig abschreckend. "Wir stellen die Täter, wir stellen sie teilweise jeden Tag und haben sie am nächsten Tag wieder am Bahnhof beim Diebstahl erwischt", sagt Ex-Polizist Nick Hein im RTL-Interview. "Das Problem ist, dass die Strafverfolgung immer auf Milde erpicht ist."

Aus Oberbilk gehen Gruppen regelmäßig auf Diebestour. "Die meisten sind noch sehr jung, zwischen 17 und 19 Jahre alt", berichtet RTL-Reporter Martin to Roxel. "Sie kommen ohne Ausbildung hierher und leben oft illegal in Deutschland, halten sich mit Taschendiebstählen über Wasser. In solche Viertel tauchen sie dann unter, weil man hier ihre Sprache spricht."

In der Silvesternacht stiegen am Kölner Hauptbahnhof in kurzer Zeit mehr als 1.000 junge, teilweise aggressive Männer aus den Zügen, die der Szene der aus Nordafrika stammenden Intensivtäter zugerechnet werden. "Wenn ich diese Zahl sehe, muss man unterstellen, dass es organisierte Anreisen gegeben hat und dass im Internet und über WhatsApp die Menschen mobilisiert wurden", sagt Arnold Plickert von der Gewerkschaft der Polizei und lobt den Einsatz der Beamten.

Dass junge Maghrebiner als Tatverdächtige sehr viel häufiger auffallen als andere Zuwanderer, hat das Bundeskriminalamt in seiner jüngsten Statistik noch einmal bekräftigt. Bei Intensivtätern aus Nordafrika beobachte die Polizei oftmals, "dass diese Menschen unsere Rechtsordnung nicht anerkennen". Polizisten würden von den Verdächtigen ironisch "angelächelt oder sogar bespuckt". Die Exzesse vom Vorjahr konnten zwar zum Glück verhindert werden, doch das Phänomen ist nicht verschwunden.