Unruhen in Minneapolis

Polizist nach Tod von Schwarzem in Minneapolis wegen Mordes angeklagt

Chalk markings done by protesters cover the sidewalk outside the Florida home of former Minneapolis police officer Derek Chauvin, in Orlando
© REUTERS, SCOTT AUDETTE, CLH/SA/

29. Mai 2020 - 23:35 Uhr

US-Behörde habe extrem schnell reagiert

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd in der US-Großstadt Minneapolis ist einer der an dem brutalen Einsatz beteiligten und inzwischen entlassenen Polizisten wegen Mordes angeklagt worden. Alle notwendigen Beweise lägen nun vor, der Polizist sei festgenommen und werde wegen Mordes und Totschlags angeklagt, sagte der zuständige Bezirksstaatsanwalt Mike Freeman am Freitag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Die Fälle der anderen drei beteiligten Polizisten würden noch untersucht.

Floyd war durch Polizeigewalt gestorben

So schnell habe seine Behörde in einem vergleichbaren Fall noch nie eine Anklage erhoben, normalerweise dauere das mehrere Monate, sagte Freeman. Er räumte ein, dass die Proteste dabei eine Rolle gespielt hätten. "Ich bin nicht unempfindlich demgegenüber, was auf den Straßen passiert."

Der 46-jährige Floyd war nach dem Polizeieinsatz am Montag im Krankenhaus gestorben. Infolge seines Todes war es in den vergangenen Nächten zu schweren Ausschreitungen in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota gekommen. Die vier an dem Einsatz beteiligten Polizisten wurden entlassen. Sie wurden zunächst aber weder festgenommen noch angeklagt, was zu wütenden Protesten führte.

Minnesotas Gouverneur Tim Walz sicherte am Freitag bei einer emotionalen Pressekonferenz zu, dass die Justiz das Vorgehen der Beteiligten schnell untersuchen werde. Der Gouverneur teilte das Entsetzen über den Vorfall. "Das Kapitel, das diese Woche geschrieben wurde, ist eines unserer dunkelsten Kapitel", sagte er. Walz rief Demonstranten eindringlich zum Gewaltverzicht auf.

Inzwischen hat US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben mit Angehörigen des Opfers telefoniert. "Ich habe mit Familienmitgliedern gesprochen", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) bei einem Runden Tisch mit Industrievertretern im Weißen Haus.