Drei Jahre nach einem tödlichen Autorennen auf dem Ku'Damm sind zwei Männer wegen Mordes verurteilt

Polizeigewerkschaften begrüßen das Urteil gegen zwei Raser in Berlin: „Eine eindeutige Warnung an alle Raser“

© dpa, Gregor Fischer, fis

27. März 2019 - 9:25 Uhr

„Das ist eine gute Botschaft. Es geht hier um Menschenleben“

In Berlin sind am Dienstag zwei Raser wegen Mordes verurteilt worden. Die Polizeigewerkschaften sind der Meinung: "Das ist eine gute Botschaft. Es geht hier um Menschenleben.", so der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, der in Heidelberg erscheinenden Rhein-Neckar-Zeitung. "Das Urteil ist eine eindeutige Warnung an alle Raser, dass ihnen auch eine lebenslange Freiheitsstrafe drohen könnte, wenn sie bei solchen Rennen Menschen töten."

Bei dem illegalen Rennen wurde ein unbeteiligter Rentner getötet

Das Landgericht Berlin hatte am Dienstag zum zweiten Mal zwei Raser wegen Mordes verurteilt - drei Jahre nach einem tödlichen Autorennen auf dem Kurfürstendamm in der Berliner Innenstadt. Es verhängte lebenslange Gefängnisstrafen, das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Die erste Verurteilung hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben. Bei dem illegalen Rennen im Februar 2016 war ein unbeteiligter Rentner getötet worden. Im Video spricht nun der Sohn des Opfers, Maximilian Warshitsky, über das Urteil des Berliner Landgerichts.

Die Polizei müsse sich in allen Großstädten besser aufstellen

Wendt verwies auch auf die Einführung des Strafgesetzbuch-Paragrafen 315d im Jahr 2017, der illegale Autorennen von einer Ordnungswidrigkeit zur Straftat hochstufte. "Der Gesetzgeber hat seinen Teil getan. Jetzt müssen wir die Täter ermitteln, überführen und bestrafen", sagte Wendt. Dazu müsse die Polizei besser aufgestellt werden. "In Köln etwa gibt es eine Sonderkommission, die gegen Raser und diese Rennen aktiv wird", erläuterte Wendt. "Solche Sonderkommissionen brauchen wir in allen Großstädten.

Auch die mit der DPolG konkurrierende Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte das Berliner Mordurteil. Wer in der Stadt mit seinem Pkw und weit überhöhter Geschwindigkeit ein archaisches Kräftemessen veranstalte, handle in jedem Fall komplett verantwortungslos, wenn nicht gar menschenverachtend, teilte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow mit. Er forderte die Justiz auf, den neu geschaffenen Strafrahmen für Autorennen konsequent auszuschöpfen.