Polizeieinsatz mit tödlichen Schüssen: Interne Ermittlungen

Ein Polizist steht am Ort des tödlichen Polizeieinsatzes. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild
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02. Juli 2020 - 16:43 Uhr

Zwei Wochen nach einem Polizeieinsatz mit tödlichen Schüssen auf einen 54-jährigen Mann in Bremen-Gröpelingen laufen die internen Ermittlungen gegen die an dem Einsatz beteiligten Beamten auf Hochtouren. Der Fall habe oberste Priorität und alle verfügbaren Kräfte würden zur Aufarbeitung eingesetzt, sagte der Leiter der internen Ermittlungsgruppe, Marcus Schirmbeck, am Donnerstag in einer Sitzung der Innendeputation der bremischen Bürgerschaft. Allerdings könne er zum jetzigen Zeitpunkt keine Details und Einzelheiten zu dem Vorfall nennen, da es sich um ein laufendes Verfahren handle.

Das von dem Einsatz ins Netz gestellte Video sei eine Hilfe. Aber es müssten weitere umfangreiche Aufklärungs- und Beweisarbeiten geleistet werden. Die Dienstwaffen seien sicher gestellt worden und die Hülsen und Projektile müssten nun ausgewertet und Schusskanäle anhand der Obduktion analysiert werden. Es handele sich nicht um eine Bagatelle, sondern um ein Tötungsdelikt, betonte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Wenn die Staatsanwaltschaft entschieden habe, ob es sich um Notwehr gehandelt habe oder nicht, werde eine detaillierte Unterrichtung erfolgen.

Der aus Marokko stammende Mann wurde mit zwei Schüssen getötet, nach dem er mit einem Messer auf die Beamten losgegangen war. Die Szene wurde vom Balkon eines Gebäudes per Handy gefilmt; das Video wird von den Ermittlern als authentisch angesehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Beamte wegen Totschlags und prüft, ob der Schusswaffeneinsatz gerechtfertigt war.

Quelle: DPA