Polizeibrutalität in Ägypten - Leiche im Kanal

14. Februar 2016 - 7:48 Uhr

Polizisten sollen in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria einen Studenten zu Tode gefoltert haben. Das behauptet die Familie des 19 Jahre alten Ahmed Schaaban, dessen Leiche in einem Kanal gefunden worden war. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte eine lückenlose Aufklärung der Vorwürfe.

Nach offizieller Darstellung hatte Schaaban zusammen mit einem anderen jungen Mann, Ahmed Farrag Labib, am 7. November versucht, einer Studentin ihr Handy zu stehlen. Passanten hätten die beiden Diebe jedoch gestellt, hieß es. Labib sei der Polizei übergeben worden. Schaaban habe fliehen können. Ein Amnesty-Sprecher erklärte, Ahmed Farrag Labib müsse vor Gewalt und Einschüchterungsversuchen geschützt werden.

Politisch brisant sind die Anschuldigungen, weil zwei Beamte der gleichen Polizeiwache im Stadtteil Sidi Gaber derzeit wegen Totschlags vor Gericht stehen. Sie sollen im vergangenen Juni den 28 Jahre alten Chalid Said zu Tode geprügelt haben, weil dieser angeblich Beweise für ihre illegalen Machenschaften im Drogenhandel gesammelt haben soll.