Yves Rausch ist tätowiert und gewalttätig

Die Strafakte des "Schwarzwald-Rambos"

Oppenau (Schwarzwald): Polizei fahndet nach diesem Mann
© Polizei, Collage: RTL

16. Juli 2020 - 11:18 Uhr

Oppenau: Spezialkräfte jagen 31-Jährigen

Noch immer jagt die Polizei bei Oppenau (Baden-Württemberg) im Schwarzwald mit Spezialkräften und Hubschraubern den "Schwarzwald-Rambo". Der 31-jährige Yves Rausch hat nach Polizeiangaben am Sonntag vier Polizisten bei einer Kontrolle die Waffen abgenommen, dabei Pfeil und Bogen sowie ein Messer bei sich getragen. Er wird per Haftbefehl gesucht. RTL kennt seine Strafakte.

Warum Yves Rausch polizeibekannt ist

Der gelernte Schreiner Yves Rausch saß am Sonntag vor einer Gartenhütte – bewaffnet mit Pfeil und Bogen, Messer und mehreren Patronen. Ein Anwohner wurde misstrauisch und alarmierte die Polizei. Die Beamten forderten ihn auf, die Hütte zu verlassen, doch der Mann weigerte sich und zog eine Schusswaffe.

Der Schwarzwald-Rambo bedrohte die vier Polizisten. Sie fürchteten um ihr Leben und legten ihre Dienstwaffen auf den Boden. Yves Rausch sammelte sie ein und floh.

Die Polizei sperrte Straßen und rief die Menschen rund um Oppenau dazu auf, zu Hause zu bleiben. Am Montag mussten Schulen und Kindergärten sogar geschlossen bleiben – die richtige Entscheidung, wie eine 77-jährige Dame aus Oppenau findet: "Man weiß ja nicht, ob er vielleicht durchdreht." Am Dienstag dürfen Schulen und Kindergärten wieder öffnen, allerdings können Eltern selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder nicht.

Schwarzwald-Rambo ist in der Kindheit negativ aufgefallen

Nach RTL-Informationen gilt Yves Rausch bei der Polizei als gewalttätig. Er soll bereits wegen eines Sex-Delikts verurteilt worden sein. Außerdem in der Polizeiakte: Ermittlungen wegen besonders schweren Diebstahls, Brandstiftung, Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und Totschlags.

2010 wurde Rausch in Pforzheim wegen gefährlicher Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Jugendarrest verurteilt. Demnach hat er 2009 mit einer Armbrust auf eine Frau geschossen und diese schwer verletzt.

Der 31-Jährige, der laut des Vaters eines ehemaligen Klassenkameraden bereits in seiner Kindheit oft negativ aufgefallen sei und als Störenfried galt, scheint eine extreme Leidenschaft für Waffen zu haben: In seiner früheren Wohnung hat er sich heimlich einen eigenen Schießstand errichtet, verrät sein Ex-Vermieter. Rausch wohnte fünf Jahre lang in einer Wohnung im Dachgeschoss eines Oppenauer Gasthauses, Ende 2019 ist er ausgezogen. Der Schießstand wurde erst nach seinem Auszug bei einer polizeilichen Durchsung im vergangenen Jahr gefunden, zuvor habe man Rausch allerdings hin und wieder mit Pfeil und Bogen gesehen, erklärt der Ex-Vermieter. Außerdem soll er sogar im Sommer oft einen schwarzen, langen Mantel getragen haben. "Insgesamt war er ein extrem seltsamer Mensch", so Rauschs ehemaliger Vermieter.

Besonderes Merkmal: Rausch trägt als Tattoo den Adler einer römischen Legion auf dem rechten Oberarm.

Keine Hinweise auf politische Verstrickung oder Mittäter

Derzeit gibt es laut der Polizei keine Hinweise auf eine "politische Verstrickung" oder Helfer des Mannes. Trotzdem wird Yves Rausch mit einem Großaufgebot von mehreren hundert Einsatzkräften in den Waldgebieten von Oppenau gesucht. Weil Rausch am Samstag (11. Juli) gegen 11:50 Uhr im Bereich der "Kleinebene" von Zeugen gesehen wurde, geht die Polizei davon aus, dass sich der 31-Jährige in dem unwegsamen Gelände rund um Oppenau sicher bewegt und sehr gut auskennt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun außerdem wegen des Tatverdachts der besonders schweren, räuberischen Erpressung gegen den flüchtigen Schwarzwald-Rambo.