Polizei zerschlägt europäischen Passfälscherring

Deutsche Aufenthaltserlaubnis.
Im großen Stil wurden tschechische, rumänische und bulgarische Pässe sowie Führerscheine gefälscht.
dpa, Fredrik von Erichsen

"Qualität der Pässe sehr gut"

Bei einer Razzia gegen Passfälscher haben Polizisten in sieben europäischen Ländern hundert Tatverdächtige vorläufig festgenommen, darunter vier in Deutschland. Wie das bayerische Landeskriminalamt (LKA) mitteilte, wurden am Dienstag allein in Deutschland 37 Gebäude durchsucht, darunter auch in Hamburg.

Den Ermittlungen zufolge hatten ein 40-jähriger Moldawier und seine 34-jährige Ehefrau im großen Stil tschechische, rumänische und bulgarische Reisepässe und Führerscheine gefälscht. Zu einem Preis zwischen 250 und 1.500 Euro pro Dokument verschickten sie die Dokumente an verschiedene Empfänger in Europa. Nach dem Paar wird noch gefahndet. Festgenommen wurden vor allem georgisch-stämmige Verteiler und Inhaber der gefälschten Dokumente. "Die Qualität der Dokumente war sehr gut", sagte der Leiter des Dezernats Organisierte Kriminalität des LKA, Torsten Wittke. Im Alltag und bei normalen Polizeikontrollen sei der Schwindel nur sehr selten entdeckt worden. So sei es verschiedenen kriminellen Gruppen gelungen, ein Aufenthaltsrecht in der Europäischen Union vorzutäuschen.