Polizei will Autos künftig ferngesteuert anhalten können

05. März 2014 - 15:26 Uhr

EU will Autos per Knopfdruck stoppen

Es klingt wie in einem Science Fiction-Film: Verbrecher flüchten mit einem Auto und die Polizei stoppt das Fahrzeug einfach per Knopfdruck. Indem sich die Polizei in die Elektronik des Flucht-Autos schaltet, kann sie das Fahrzeug anhalten. In den USA bietet ein Auto-Hersteller eine solche Technik bereits an, damit man sein gestohlenes Fahrzeug einfacher wiederbekommt. Auch deutsche und europäische Sicherheits-Experten finden das Experiment interessant. Aber es gibt auch Kritik.

Autos bald per Knopfdruck gestoppt?
Autos sollen eine Software bekommen und auf Knopfdruck gestoppt werden können.

Ein verdächtiges Fahrzeug rast mit 200 Stundenkilometern der Polizei auf der Autobahn davon – bis der BMW fast ungebremst in einen LKW rast. Eine Verfolgungsjagd, die für die beiden Insassen tödlich endet. Europäische Sicherheitsexperten wollen solche Fahrzeuge in Zukunft per Knopfdruck stoppen. In Amerika gibt es die Technik dafür bereits: Ein gestohlenes Auto wird über GPS geortet und ferngesteuert von der Zentrale eines Sicherheitsdienstes abgebremst. Dann braucht die Polizei nur noch den Dieb zu fassen. Wenn das in Amerika funktioniert, warum nicht auch in Europa?

Neue Technik hat erhebliche Folgen für das Verkehrsnetz

"Wie die Technologie beweist, ist es so viel einfacher eine Person zu finden", sagt der US-Sicherheitsbeamte James Miller. Amokfahrten könnten auf diese Weise weitaus früher gestoppt werden. Deshalb wollen europäische Sicherheitsexperten die neue Technik aus Amerika standardmäßig für alle Fahrzeuge in Europa einführen. Darüber wird wohl auch in Deutschland nachgedacht.

Das nun aber auch die Sicherheitsbehörden die Verantwortung über Fahrzeuge übernehmen sollen, ist für Autofahrer und Datenschützer ein Alptraum. Abgesehen von den unübersehbaren Folgen, wenn die Sicherheitstechnik gehackt wird. Das könnte das gesamte Verkehrsnetz mit ungeahnten Folgen ins Chaos führen.