2018 M05 9 - 11:43 Uhr

Anja wurde zuvor schon jahrelang terrorisiert

Was für eine unglaubliche Geschichte und was für ein peinlicher Fehler der Behörden! Jahrelang wird Anja von ihrem Exfreund gestalkt und bedroht. Um dem Terror zu entgehen, zieht sie schließlich sogar in eine neue Wohnung. Doch ihr Ex lässt nicht locker und kommt eher zufällig erneut an Anjas Adresse - Schuld ist ein Sachbearbeiter der Polizei. Sie fühle sich im Stich gelassen, berichtet die verzweifelte Frau im Video.

Sachbearbeiter rückt neue Adresse aus Versehen heraus

Über das Ordnungsamt versuchte der Stalker - Anja bezeichnet ihn nur als "diese Person" - an die neue Adresse seiner Ex-Freundin zu gelangen. Anja wird darüber eines Tages per Post in Kenntnis gesetzt und zeigt ihren Ex erneut an. Dann unterläuft dem Sachbearbeiter der Polizei ein folgenschwerer Fehler. Er schickt dem Stalker einen Anhörungsbogen. Darauf angegeben: Anjas neue Adresse. Seitdem lebt die junge Frau wieder in Angst. Sie fürchtet, dass der Terror von vorne losgehen könnte. immerhin drohte ihr Ex-Freund damit, ihr Gesicht mit Säure zu verätzen. Von der Polizei ist sie - verständlicherweise - schwer enttäuscht.

2016 gab es in Deutschland 18.739 polizeilich erfasste Fälle von Stalking. Wer Täter vor Gericht bringen will, muss in der Regel detaillierte Beweise über das Vorgehen des Stalkers liefern. Nicht immer können Opfer die Beeinträchtigung ihres Lebens rechtlich beweisen. Seit 2016 regelt der überarbeitete Nachstellungsparagraph, dass Stalker auch dann belangt werden können, wenn sich Opfer "objektiv beeinträchtigt fühlen". Davor musste es erst konkrete Konsequenzen - wie etwa einen Umzug - geben, um das Stalking strafrechtlich zu verfolgen.