Polizei verhört Breivik erneut

Prozess erst 2012

Anders Behring Breivik, der Attentäter von Oslo und Utøya, soll heute erneut vernommen werden. Nach Angaben der Polizei soll Breivik vor allem zu neuen Erkenntnissen der Ermittler befragt werden.

Anders Behring Breivik
Anders Behring Breivik, der Attentäter von Oslo, soll heute erneut vernommen werden.

Nach jetzigem Stand soll Breivik wegen der Dimension der Tat erst im nächsten Jahr der Prozess gemacht werden. Der Fall sei so umfangreich, dass die Ausarbeitung der Anklageschrift viel Zeit in Anspruch nehmen werde. Dann muss sich der Rechtsradikale für alle 76 Morde einzeln verantworten, so Generalstaatsanwalt Tor-Aksel Busch.

Auf Utøya starben mindestens 68 Teilnehmer eines sozialdemokratischen Sommerlagers durch Breiviks Kugeln. Vor den Schüssen auf die Jugendlichen hatte er eine Bombe vor einem Hochhaus der norwegischen Regierung in Oslo gezündet. Hier starben acht Menschen.

"Verbrechen gegen die Menschlichkeit"

Norwegens Chef-Ankläger Busch sagte, dass Breivik voraussichtlich wegen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" angeklagt werde. So könnte es zu einer Verurteilung von bis zu 30 Jahren Haft kommen. Ansonsten wäre nur eine Verurteilung zu maximal 21 Jahren Haft möglich.

Laut norwegischen Medienberichten sollte der Attentäter eigentlich niedergeschossen werden. Angehörige einer Eliteeinheit hätten bereits auf ihn gezielt. Als jedoch sicher gewesen sei, dass der 32-Jährige keinen Sprengstoff am Körper trug, sei der Schießbefehl in letzter Sekunde zurückgenommen worden. Weiter heißt es, dass die Polizei Breivik auf Überwachungskameras im Regierungsviertel schon vor Beginn des Massakers auf Utøya als Täter identifizieren konnte.

Als Lehre aus dem Doppelanschlag von Norwegen wollen die 27 EU-Staaten den Zugang zu Chemikalien beschränken, aus denen Bomben gebaut werden könnten. Auch über striktere Regeln für den Waffenkauf wird diskutiert. Zudem soll ein europaweites Netzwerk an Psychologen und Fahndern künftig Einzeltäter wie den Attentäter von Oslo möglichst früher aufspüren, teilten EU-Diplomaten nach einem Treffen von Anti-Terrorexperten mit.