Polizei verhaftet Mann wegen eines nicht zurückgegebenen Videos von 2001

Bei einer Routinekontrolle der Polizei wurde ein Mann verhaftet, weil er eine Videokassette jahrelang nicht zurückgegeben hatte. (Motivbild)
Bei einer Routinekontrolle der Polizei wurde ein Mann verhaftet, weil er eine Videokassette jahrelang nicht zurückgegeben hatte. (Motivbild)
© Zentralbild, Z1008 Kalaene Jens

27. März 2016 - 16:51 Uhr

Die Videothek, die Anzeige erstattet hatte, ist längst geschlossen

Im US-Bundesstaat North Carolina hat die Polizei einen Mann verhaftet, weil er eine vor 15 Jahren ausgeliehene Videokassette nicht zurückgegeben hat. Die Beamten hielten den 37-Jährigen zufällig an, als er seine Tochter zur Schule bringen wollte. Ein Rücklicht an seinem Wagen war defekt. Bei der Überprüfung seiner Personalien stellten sie fest, dass ein Haftbefehl gegen ihn vorlag.

Anscheinend hatte er im Jahr 2001 die Filmkomödie 'Freddy Got Fingered' ausgeliehen und seitdem nicht zurückgegeben. Der Film von und mit dem kanadischen Komiker Tom Green wurde seinerzeit von der Kritik verrissen und erhielt fünf Goldene Himbeeren - eine Art 'Anti-Oscar'.

Der Mann durfte noch weiterfahren, seine Tochter in die Schule bringen und zur Arbeit gehen, danach meldete er sich auf der Wache. "Zum ersten Mal in meinem Leben wurden mir Handschellen angelegt", sagte der vergessliche Videothek-Kunde dem Lokalsender 'WSOC-TV'.

Der Regisseur des schicksalhaften Films Green erklärte, er habe mit dem Mann telefoniert, nachdem er von der Geschichte gehört habe. "Ich denke, das ist ein Beispiel für eine außer Kontrolle geratene Bürokratie", sagte er.

Besonders ärgerlich für den Verhafteten: Die Videothek, die damals Anzeige erstattet hatte, ist bereits seit längerem geschlossen. Die für den Vorfall verantwortliche Polizei der Stadt Concord erklärte, sie sei zu der Verhaftung verpflichtet gewesen, da der Haftbefehl nach wie vor im System der Polizeibehörden zu finden war. Nachdem dem Mann ein Datum für seinen Gerichtstermin mitgeteilt wurde, durfte er wieder gehen. Ihm droht nun eine Geldstrafe von bis zu 200 US-Dollar (etwa 180 Euro).

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