Razzia gegen Alischer Usmanow

Polizei stürmt Villa von Putin-Freund - Deutscher Luxus-Ort distanziert sich von Oligarch

Polizei durchsucht Villa von Putin-Freund In deutschem Luxus-Ort
01:06 min
In deutschem Luxus-Ort
Polizei durchsucht Villa von Putin-Freund

30 weitere Videos

Die deutschen Strafverfolgungsbehörden haben einen russischen Oligarchen am bayerischen Tegernsee ins Visier genommen. Mehr als 250 Beamte von Bundeskriminalamt (BKA) und anderen Behörden durchsuchten am Mittwoch eine offenbar verwaiste Villa im Nobel-Ferienort Rottach-Egern. Insidern zufolge ist dort der russisch-usbekische Unternehmer Alischer Usmanow gemeldet. Ein Gemeinderat erklärt im Video, warum Rottach-Egern dabei vor einem moralischen Problem steht.

Vorwurf der Ermittler: Geldwäsche und Steuerhinterziehung

Bei der Razzia geht es in erster Linie um den Vorwurf der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung. Der 69-Jährige habe über sein Netzwerk von Firmen, die überwiegend in Steuerparadiesen angesiedelt seien, mehrstellige Millionenbeträge verschoben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit. „Es besteht der Verdacht, dass die überwiesenen Geldbeträge aus Straftaten, insbesondere aus Steuerhinterziehungsdelikten, stammen", hieß es in der Erklärung der Generalstaatsanwaltschaft und des BKA. Es gehe um die Jahre von 2017 bis 2022. Laut "Süddeutscher Zeitung" wurde auch eine Steuerberater-Kanzlei durchsucht.

Die Staatsanwaltschaft München II verdächtigt Usmanow zudem eines Verstoßes gegen die EU-Sanktionen, die nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine gegen kremlnahe Oligarchen verhängt worden waren. Laut den Behörden ist er russisscher Staatsbürger.

Yacht im Wert von eine halbe Milliarde Euro abgeschleppt

Laut der Münchner Staatsanwaltschaft wurden im Zuge der Ermittlungen 24 Objekte in Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Hamburg durchsucht. Auch die Finanzverwaltung von Nordrhein-Westfalen sei daran beteiligt gewesen.

Im Hamburger Hafen, im Dock der Reedeerei Blohm + Voss, lag die 156 Meter lange Yacht "Dilbar", die laut Behörden Usmanows Schwester gehört und ebenfalls den Sanktionen unterliegt. Das Schiff ist rund eine halbe Milliarde Euro wert. Laut NDR wurde es in der Nacht zum Mittwoch nach Bremen geschleppt, weil die Reederei Platz brauchte.

Die Jacht Dilbar liegt am Dienstagmittag im Trockendock Elbe 17 der Werft Blohm  Voss. Laut dem Bundeskriminalamt gehört das 156 Meter lange und rund 600 Millionen Euro teure Schiff der Schwester des russischen Oligarchen Alischer Usmanow. Seit Begin
Die Jacht Dilbar lag im Trockendock der Werft Blohm + Voss.
www.imago-images.de, IMAGO/Hanno Bode, IMAGO/BODE

Usmanow hat mit einem Firmenimperium vor allem im in der Metall- und Stahlindustrie ein Vermögen gemacht. 2018 hat er seinen Anteil am englischen Fußballclub Arsenal London für rund 600 Millionen Euro verkauft. Nach Recherchen der Sender BR und MDR haben die deutschen Behörden Usmanow im Visier, weil er sich offenbar seit 2016 regelmäßig über längere Zeit in seinem Haus in Rottach-Egern aufgehalten habe und damit in Deutschland steuerpflichtig gewesen sein könnte.

Laut dem "Spiegel" hat die Bundesregierung bis Mitte September Vermögenswerte von russischen Staatsbürgern in Deutschland von mindestens 4,88 Milliarden Euro eingefroren. Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf ein Dokument aus dem Bundeswirtschaftsministerium. (rts/aze)

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Mehr News-Videos aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und Mobilität

Playlist: 30 Videos

"Retouren-Wahnsinn - Die dunkle Seite des Onlinehandels“ auf RTL+

Zu groß, zu klein, gefällt nicht - jede sechste Online-Bestellung wird zurückgeschickt, bei Kleidung sogar jede zweite. Für den Kunden einfach, für den Handel eine logistische Herausforderung. Denn die Pakete müssen nicht nur abgeholt werden, die Ware muss auch noch geprüft werden. RTL+ zeigt in der Doku "Retouren-Wahnsinn - Die dunkle Seite des Onlinehandels" alles – von der Rücksendung bis zur Verwertung der Ware.