Polizei stoppt Protestzug: Kurdendemonstration in Köln aufgelöst

27. Januar 2018 - 16:37 Uhr

Demonstranten schwenkten verbotene Fahnen

Mehrere Tausend Kurden haben in Köln gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien demonstriert. Der Protestzug mit rund 14.000 Teilnehmern wurde allerdings von der Polizei gestoppt und offziell aufgelöst. Teilnehmer hätten trotz mehrfacher Aufforderung weiter verbotene Öcalan-Fahnen geschwenkt, erklärte ein Polizeisprecher. Die Stimmung heizte sich immer weiter auf.

PKK-Symbole und Öcalan-Bilder sind auch in Deutschland verboten

Der Protestmarsch durch die Innenstadt verzögerte sich um rund zwei Stunden, weil viele Teilnehmer verbotene Symbole schwenkten. Der Zug geriet auch später immer wieder ins Stocken, weil die Polizei Fahnen, Banner und Bilder sicherstellte. Das Zeigen von Symbolen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und ihrem inhaftierten Anführer Abdullah Öcalan ist auch in Deutschland untersagt und strafbar. Laut Polizei wurde kistenweise verbotenes Material sichergestellt, zwei Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Ob sich die Demonstration nun friedlich auflöst, ist noch unklar. Die Polizei hatte im Vorfeld rund  20.000 Demonstranten erwartet, darunter mehrere hundert gewaltbereite. Man gehe von einem "erheblichen Konfliktpotenzial" aus, erklärten die Sicherheitsbehörden.

Polizei warnt: Kleinste Provokationen könnten zu Ausschreitungen führen

Die türkische Armee war am Sonntag in Nordsyrien einmarschiert, um dort die kurdische Miliz YPG zu bekämpfen, die von der Türkei als Terrororganisation betrachtet wird. Die Protestdemonstration in Köln wurde vom kurdischen Dachverband Nav-Dem angemeldet. Er steht der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe.

Bei der Kundgebung wurden mehr als 2.000 Polizisten eingesetzt, darunter Verstärkung aus Hessen und Niedersachsen. Der Demonstrationszug sollte auch durch Teile der Kölner Innenstadt führen, in denen viele "nationalistisch geprägte Türken" leben. Schon kleinste Provokationen könnten zu Ausschreitungen führen, warnte die Polizei.