Proteste in Hongkong

Polizei schießt Demonstranten in die Brust

13. November 2019 - 10:15 Uhr

Polizei schießt erneut auf Demonstranten in Hongkong

Nach dem Tod eines 22-jährigen Studenten vergangene Woche sind die Proteste in Hongkong neu entflammt. Bei den Anti-Regierungsprotesten ist erneut ein Demonstrant von der Polizei angeschossen worden. Wie es zu dem Schuss kam, sehen Sie in unserem Video.

Hongkong-Proteste eskalieren

Die Proteste in Hongkong sind erneut eskaliert: Ein Polizist schießt einem 21-jährigen Demonstranten in die Brust.
Die Proteste in Hongkong sind erneut eskaliert: Ein Polizist schießt einem 21-jährigen Demonstranten in die Brust.
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Der 21-jährige Demonstrant wurde am Montagmorgen in den Oberkörper getroffen, wie die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichtet. Die Krankenhausbehörde teilte mit, dass sich der junge Mann in einem kritischen Zustand befindet.

Auf dem in den sozialen Netzwerken geteilten Video ist zu sehen, wie es zu einem Handgemenge kommt: Ein Polizist richtet aus nächster Nähe seine Waffen auf einen Demonstranten. Als der vermummte Demonstrant auf den Beamten zukommt, schießt er auf ihn und feuert zwei weiter Schüsse in eine andere Richtung ab. Der junge Mann bleibt schwer verletzt am Boden liegen.

Nicht der einzige Schusswaffengebrauch gegen Demonstranten

Die Polizei hat den Vorfall mittlerweile bestätigt. Auch an zwei weiteren Orten in Hongkong haben Beamte ihre Dienstwaffen gezogen, weitere Verletzte habe es aber nicht gegeben. Verantwortlich für den Schusswaffengebrauch seien die "illegalen Taten der Randalierer" gewesen, so die Hongkonger Polizei. Seit dem Ausbruch der Anti-Regierungsproteste vor vier Monaten war es das dritte Mal, dass ein Demonstrant von der Polizei angeschossen wurde.

Protest gegen die Regierung

Seit dem 9.Juni demonstrieren die Hongkonger gegen die eigene Regierung. Über die letzten Wochen hat sich der Protest zu einer breiten Bewegung für die Demokratie entwickelt. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Zusammenstößen von Polizei und Demonstranten. Nach dem Tod einens 22-jährigen Studenten, der bei den Protesten am Freitag von einem Parkhaus gestürzt war und starb, kam es am Wochenende zu neuen, heftigen Auseinandersetzungen.

Die Protestierenden blockierten Straßen, warfen mit Pflastersteinen und legten Feuer. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein. Mehrere Universitäten strichen wegen der Vorfälle am Montag den Unterricht, auch der Nahverkehr wurde eingeschränkt.