Polizei findet bei Suche nach Elias eine Leiche - vermutlich das tote Kind

26. Juli 2016 - 20:07 Uhr

Ermittler transportieren Leichensack ab - Obduktion muss Klarheit bringen

Bei der Suche nach Elias in Luckenwalde in Brandenburg hat die Polizei eine Leiche gefunden. Zunächst stießen die Polizisten beim Graben in dem Schrebergarten des mutmaßlichen Mörders auf ein Paket. "Erste Untersuchungen am späten Nachmittag ergaben, dass sich in dem Paket ein menschlicher Leichnam befindet", so ein Sprecher. "Ob es sich dabei um die Leiche des vermissten Elias handelt, kann erst nach Beendigung der gerichtsmedizinischen Untersuchungen gesichert gesagt werden", hieß es weiter. DAs Ergebnis wird wohl erst am Montag vorliegen. Beobachter hatten berichtet, wie eine Roll-Bahre mit einem blauen Leichensack vom Gelände gebracht wurde.

Der 32 Jahre alte festgenommene Silvio S. aus Südbrandenburg hatte gestanden, den Flüchtlingsjungen Mohamed sexuell missbraucht und erwürgt und den sechsjährigen Elias aus Potsdam ermordet zu haben. Er zeichnete die Stelle in seinem Schrebergarten auf, wo er die Leiche vergraben habe.

Der tote Mohamed, der am 1. Oktober vor dem für Flüchtlinge zuständigen Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin verschwand, war am Donnerstag gefunden worden. Die Obduktion dauerte den Angaben zufolge acht Stunden. Oberstaatsanwalt Michael von Hagen sprach von "stumpfer Gewalt gegen den Hals" als Todesursache. Der mutmaßliche Täter habe nach eigener Aussage das Kind mit einem Gürtel erdrosselt - weil es "gequengelt und gemault" habe und er Angst vor Entdeckung hatte, nachdem er den Jungen missbraucht hatte.

Mohameds Leiche lag mit Katzenstreu bedeckt im Kofferaum

Mutmaßlicher Mörder von Mohamed gesteht auch Mord an Elias
Mitarbeiter der Gerichtsmedizin transportieren in einer Kleingartensiedlung in Luckenwalde (Brandenburg) eine Leiche ab. Ob es sich um den laut Geständnis ermordeten sechsjährigen Elias handelt, muss die Obduktion klären.
© dpa, Julian Stähle

Der 32-Jährige deutete bei seiner Vernehmung an, auch den Erstklässler Elias kurz nach der Entführung getötet zu haben. Polizisten mit Spürhunden suchten am Freitag noch das Wohnhaus des mutmaßlichen Mörders von Mohamed und Elias im brandenburgischen Niedergörsdorf ab, in dem auch die Eltern des Verdächtigen leben. Auch der Garten sollte untersucht werden. In das Haus seiner Eltern soll der Mörder Mohamed direkt nach dessen Entführung gebracht haben. "Es ist dort im Verlauf des Abends, der Nacht und auch des folgenden Vormittags auch zu sexuellen Handlungen an dem Kind gekommen", sagte von Hagen. Nach der Ermordung des Jungen habe der 32-Jährige die Leiche in eine Wanne auf den Dachboden gelegt und sie später mit Katzenstreu gegen den drohenden Geruch bedeckt.

Am Tag der Festnahme fuhr der Mann noch mit dem Auto herum. Der Oberstaatsanwalt sagte: "Das hatte aus seiner Sicht einen ganz profanen Grund, weil er noch ein Geschenk für seine Cousine kaufen musste." Zuhause, wo ihn bereits die Polizei erwartete, habe er dann ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Mohameds Leiche wurde im Auto des Verdächtigen gefunden. Er hatte sie zuvor vom Dachboden geholt. Die Fahnder gehen davon aus, dass der 32-jährige Mann ein Einzeltäter war. Polizeilich sei er "ein unbeschriebenes Blatt" gewesen.

Seine Mutter hatte ihn auf den Fahndungsfotos der Polizei erkannt und der Polizei den entscheidenden Hinweis gegeben. Der Verdächtige wollte nach eigener Aussage am Lageso angeblich "Gutes tun" und Dinge wie Plüschtiere spenden. Dabei sei er auf Mohamed gestoßen.