Polizei fasst zwei Islamisten in Göttingen: Anschlag hätte jederzeit passieren können

13. Februar 2017 - 13:21 Uhr

Umgebaute Waffen mit scharfer Munition sichergestellt

Die Polizei hat im Zusammenhang mit einem möglicherweise konkret bevorstehenden Terror-Anschlag zwei islamistische Gefährder in Göttingen festgenommen. Sie hätten diesen jederzeit ausführen können, sagte der Göttinger Polizeipräsident Uwe Lührig. Bei den Durchsuchungen in der Nacht zum Donnerstag seien umgebaute Waffen mit scharfer Munition gefunden worden.

Bei den Festgenommenen handele sich um einen 27-jährigen Algerier und einen 23-jährigen Nigerianer, teilten die Polizei in Göttingen und das niedersächsische Innenministerium mit. Zu den genauen Plänen der beiden Männer wollte eine Göttinger Polizeisprecherin zunächst nichts sagen. Die Gefahrenlage war aber "eindeutig", so Polizeipräsident Uwe Lührig. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) bewertete den Einsatz als "sehr wichtigen Schlag gegen die Szene. Durch die konsequente Ermittlungsarbeit aller Beteiligten konnte in diesem Fall sehr schnell und konsequent eingegriffen und eine konkrete Gefahrenlage verhindert werden."

Die beiden als Gefährder eingestuften Männer lebten den Angaben zufolge mit ihren Familien seit längerer Zeit in Göttingen. Sie sollen dort Mitglieder der islamistischen Szene sein. Rund 450 Polizisten durchsuchten in der Nacht zum Donnerstag elf Gebäude im Göttinger Stadtgebiet und ein Haus in Nordhessen. Dabei wurden die beiden Männer festgenommen. Den Ermittlungen zufolge seien die Pläne nicht ausschließlich auf Göttingen bezogen gewesen. Der Einsatz sei eine Woche vorbereitet worden.

An dem Einsatz seien Kräfte der Polizeidirektion Göttingen, des Landeskriminalamts Niedersachsen, des Spezialeinsatzkommandos sowie der Bereitschaftspolizei Niedersachsen beteiligt gewesen.