Politik will Gaffer hart bestrafen: Künftig könnten ihnen Geld- und Freiheitsstrafen drohen

27. Juli 2016 - 14:00 Uhr

Die Polizei will Schaulustigen auch ihre Handys wegnehmen dürfen

Die Politik will härter gegen Schaulustige vorgehen. Niedersachsen bringt dazu heute eine Initiative in den Bundesrat ein. Wer bei Unfällen filmt, fotografiert oder die Einsatzkräfte behindert, muss demnach künftig mit Geld- und Haftstrafen bis zu einem Jahr rechnen. Außerdem sollen Polizisten die Möglichkeit haben, Gaffern die Handys wegzunehmen.

Schaulustige könnten in Zukunft bestraft werden.
Die Politik will gegen Schaulustige vorgehen.
© dpa, Michael Reichel

Den Gesetzesentwurf brachte Niedersachsen auf den Weg, weil Gaffer an Unfallstellen immer wieder die Arbeit der Rettungskräfte und der Polizei massiv behindern. So häuften sich in der Vergangenheit die Fälle, bei denen Schaulustige einen verletzten Menschen filmten, statt ihm zu helfen.

Besonders viel Aufsehen erregte ein Vorfall, der sich in der Mainzer Innenstadt ereignete. Dort lag eine Frau hilflos auf dem Boden, weil ihr eine Straßenbahn ihr Bein abgetrennt hatte. Zahlreiche Gaffer strömten herbei und hielten die Tragödie mit ihren Smartphones fest. Ohne Skrupel filmten sie die verzweifelte Frau, die sich vor den voyeuristischen Blicken nicht schützen konnte. Die dicht zusammengedrängte Gruppe von Gaffern hinderte sogar die Rettungskräfte daran, zu der schwer verletzten Frau vorzudringen. "Die Frau war schneller auf Youtube als auf dem OP-Tisch", sagt Achim Hansen vom Polizeipräsidium Mainz.