Feuerwehr rettet 15 Hirsche aus dem Eiswasser

Wilderer jagen Hirsch-Herde auf zugefrorenen See - 13 Tiere ertrinken

05. Februar 2021 - 12:42 Uhr

15 Hirsche konnten aus dem zugefrorenen See gerettet werden

Es sind traurige Bilder aus dem westpolnischen Dorf Scienne bei Stettin. Eine Herde wilder Hirsche ist am Mittwoch in einen zugefrorenen See eingebrochen. Die Feuerwehr konnte 15 Tiere aus dem Eiswasser retten, 13 sind laut polnischen Medienberichten verendet. Ein lokaler Jäger glaubt, dass Wilderer hinter dem Unglück stecken. Mehr dazu im Video.

Hirsche fielen nacheinander ins eiskalte Wasser

"Ich habe zum ersten Mal so viele Tiere unter dem Eis gesehen und ich bin seit über 24 Jahren im Beruf tätig", sagte ein Feuerwehrmann, der an der Rettungsaktion beteiligt war, dem polnischen Nachrichtenportal "Wirtualna Polska". Die Rettungskräfte wurden am Mittwoch alarmiert, nachdem lokale Jäger die Herde im zugefrorenen See sahen. Die Tiere seien vor Wilderern auf die etwa sieben Zentimeter dicke Eisschicht geflüchtet und ins Wasser eingebrochen, berichtet Arkadiusz Borowski im Video.

Die Herde war in drei Gruppen und mehrere Meter voneinander entfernt verunglückt, heißt es im Bericht. Der örtliche Feuerwehr-Chef Grzegorz Kacprzak spricht von einer "dramatischen Situation". Es hätten sich mehrere Löcher im Eis gebildet, die Hirsche seien nacheinander hineingefallen, sagte er. Die Tiere hätten Angst gehabt und beim Versuch, sich aus dem Wasser zu retten, gegenseitig verletzt.

Anzeige wegen Tierquälerei

Mehrere Freiwillige seien an der Rettungsaktion beteiligt gewesen, so Kacprzak. Mit Spezialschlitten, Seilen und anderen Hilfsgeräten seien 15 Hirsche gerettet worden, 13 seien im See verendet. "Wir werden eine Anzeige wegen Tierquälerei machen", kündigt Borowski an. Offenbar liegen ihm Namen von Verdächtigen und Nummernschilder vor.