Polen: Friedensnobelpreisträger Lech Walesa hetzt gegen Schwule

Lech Walesa hat in Polen mit einer schwulenfeindlichen Äußerung für Empörung gesorgt.
© dpa, Radek Pietruszka

08. März 2013 - 16:28 Uhr

Aufregung in Polen nach schwulenfeindlicher Äußerung

Er ist einer der beliebtesten Politiker Osteuropas, der Westen zollte ihm stets großen Respekt für seine Lebensleistung und seinen Kampf gegen den Kommunismus und für die Freiheit: Der polnische Arbeiterführer Lech Walesa.

Jetzt aber hat der Friedensnobelpreisträger von 1983 mit einer diffamierenden Äußerung gegenüber Homosexuellen eine rote Linie deutlich überschritten. In der Diskussion um Homo-Ehen sprach sich der 69-Jährige gegen weitreichende Forderungen Homosexueller aus.

"Sie müssen wissen, dass sie eine Minderheit sind und sich mit kleinen Dingen abfinden müssen, aber nicht nach Gipfeln streben sollen", sagte er im polnischen Fernsehen.

"Homosexuelle sollten hinter einer Mauer sitzen"

Nach Walesas Meinung sollten homosexuelle Abgeordnete im Parlament in der letzten Reihe sitzen - "und sogar hinter einer Mauer", sagte der Friedensnobelpreisträger. Auch Demonstrationen von Schwulen und Lesben sollten nicht im Stadtzentrum, sondern in Außenbezirken stattfinden. "Ich will nicht, dass diese Minderheit, mit der ich nicht einverstanden bin, auf die Straßen geht und meine Kinder und Enkel verwirrt."

In Polen ist ein politischer Streit um eingetragene Partnerschaften für homosexuelle Paare entbrannt. Die liberalkonservative Regierung und die Linksopposition bereiten dazu Gesetzesinitiativen vor. Dagegen lehnen nationalkonservative Politiker rechtliche Verbesserungen für schwule und lesbische Paare ab.