21. Juni 2019 - 13:18 Uhr

Rechtsextreme führen Listen

Schmähungen, unflätige Beschimpfungen, offener Hass - das kennen viele Lokalpolitiker schon lange. Was Betroffene wie der Berliner Kommunalpolitiker Philipp Wohlfeil oder die Präsidentin der Hamburger Bürgerschaft, Carola Veit, dazu sagen – in unserem Video.

„Man denkt darüber nach, ob es das wert ist“

Wohlfeil
Der Berliner Kommunalpolitiker Philipp Wohlfeil.

Nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke wird aus Sorge Angst. Angst, dass es weitere Opfer geben könnte. Der Ermordete stand auf einer Schwarzen Liste. Ein Internetpranger, "Nürnberg 2.0 Deutschland". Dort sammelt ein rechtes Netzwerk Namen von Menschen, die den Extremisten nicht passen. Darunter sind Politiker, aber auch Priester oder Journalisten. 

Der Berliner Philipp Wohlfeil  wird dort als "Linksextremist" geführt und hat eine "neue Qualität" der Anfeindungen festgestellt, wie er im RTL-Interview sagt. "Wenn das eigene Leben oder die eigene Gesundheit bedroht ist, denkt man darüber nach, ob es das wert ist. Ob es nicht wichtigere Dinge im Leben gibt als Kommunalpolitik."

„Ich finde es empörend, dass meine Kinder bedroht werden“

Veit
Carola Veit ist Präsidentin der Hamburger Bürgerschaft.

Wohlfeil ist kein Einzelfall. Auch Andreas Hollstein, der Bürgermeister von Altena, die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und weitere deutsche Politiker haben in jüngster Zeit Morddrohungen erhalten. Reker und Hollstein waren in der Vergangenheit Opfer tätlicher Gewalt geworden.

Die Hamburgerin Carola Veit spricht von "widerlichen, absolute ekelhaften Mails" die sie und ihre Kollegen erhalten. "Ich finde es empörend, dass meine Kinder bedroht werden und würde mir sehr wünschen, dass die Strafverfolgung erfolgreicher wäre."

Nach diversen Droh-Mails an Institutionen und Politiker haben die Berliner Staatsanwaltschaft und das Berliner Landeskriminalamt die bundesweiten Ermittlungen übernommen.