Pluto bekommt erstmals Besuch von der Erde

14. Juli 2015 - 19:50 Uhr

Sonde mit 50.000 Kilometern pro Stunde unterwegs

Es ist ein Meilenstein der Raumfahrtgeschichte: Rund 85 Jahre nach seiner Entdeckung bekommt die Menschheit wohl endlich eine Nahaufnahme von Pluto. Neun Jahre nach ihrem Start wird die Nasa-Raumsonde 'New Horizons' dem Zwergplaneten heute gegen 14 Uhr so nahe kommen wie nie zuvor: bis auf etwa 12.000 Kilometer!

Pluto bekommt erstmals Besuch von der Erde
Pluto bekommt erstmals Besuch von der Erde.
© REUTERS, NASA

Rund fünf Milliarden Kilometer hat 'New Horizons' schon zurückgelegt und ist an Mars, Saturn, Uranus, Jupiter und Neptun vorbeigeflogen, bevor nun endlich das mit Spannung erwartete Ziel der langen Reise ansteht. Aber die Mission bleibt bis zur letzten Sekunde spannend: Weil die etwa Klavier-große und rund 500 Kilogramm schwere Sonde mit rund 50.000 Kilometer pro Stunde unterwegs ist, könnte schon ein Zusammenstoß mit einem Objekt so klein wie ein Reiskorn das ganze Vorhaben zu Fall bringen. Vor wenigen Tagen gab es dann auch noch einen technischen Fehler, den die Nasa aber wieder beheben konnte. Er sei "ziemlich zuversichtlich", dass alles gut geht, gibt sich Missionsleiter Alan Stern gelassen.

Forscher der Uni Köln am Projekt beteiligt

So lang die Reise war, so kurz ist dann ihr eigentlicher Höhepunkt: Nur etwa zwei Tage hat die Sonde rund um den Vorbeiflug Zeit, um gute Fotos und Messungen von Pluto zu machen. Da bleibt nicht viel Zeit für Kommunikation mit der Erde.

Der etwa minus 230 Grad kalte Pluto ist eine Art Eiszwerg, wie sie zu Zigtausenden bei der Entstehung des Sonnensystems übrig geblieben sind und seitdem den sogenannten Kuipergürtel bilden. Bislang haben Forscher nur fragmentarisches Wissen über Pluto, das vor allem von Bildern des Hubble-Weltraumteleskops stammt. Für Planetenforscher sei der Eiszwerg "eine noch fast unbekannte Welt", sagt Tilman Spohn, Direktor des Berliner Instituts für Planetenforschung.

Auch deutsche Wissenschaftler sind an dem Projekt beteiligt. Forscher der Universität Köln sollen mit Hilfe eines Radiomessgeräts Oberflächentemperaturen von Pluto und seinem Mond Charon messen und die Massen und Dichten von Pluto und Charon direkt bestimmen. Ihre Arbeit wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert.