Plauen: Polizisten bei Festnahme geschlagen und gewürgt

22. August 2018 - 11:26 Uhr

Situation eskaliert bei Routineeinsatz

Im sächsischen Plauen nehmen zwei Beamte einen mutmaßlichen Sexualstraftäter fest, der seinen Gerichtstermin geschwänzt hat. Als sie den Mann aus Lybien in den Streifenwagen setzen, eskaliert die Situation. Den unfassbaren Angriff auf die beiden Polizisten sehen Sie im Video.

Polizisten können Angriff nur mit Pfefferspray abwehren

Ein 38-jähriger Mazedonier filmt die Festnahme des Verdächtigen einfach. Als ein Polizist ihm das Handy abnimmt, schlägt er den Beamten; ein 16-Jähriger Kroate nimmt den anderen Polizisten in den Würgegriff. Die Beamten können sich nur mit Hilfe von Pfefferspray aus der Situation befreien. Kurios und dreist zugleich: Der gerade erst Verhaftete steigt wie selbstverständlich wieder aus dem Polizeiwagen aus.

Inzwischen sitzt der Verdächtige aber in Untersuchungshaft; die beiden Angreifer müssen sich wegen Körperverletzung, Beleidigung und des Angriffs auf Vollstreckungsbeamte verantworten.

Kriminalstatistik: Gewalt gegen Polizisten nimmt zu

ARCHIV - Der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, spricht am 17.10.2012 in Berlin während einer Fachtagung. Foto: Marc Tirl/dpa (zu dpa-Meldung: «Polizeigewerkschaft fordert 50 Millionen für Bundesliga-Einsätze» vom 02.08.
Polizeifunktionär Rainer Wendt
© dpa, Marc Tirl

Vorfälle wie der in Plauen häufen sich, sagt Rainer Wendt, Vorsitzender der deutschen Polizeigewerkschaft: "Das ist leider ganz alltägliche Gewalt, die wir im Einsatz ständig erleben. Absolute Respektlosigkeit und große Gewaltbereitschaft, auch bei nichtigen Anlässen, sind mittlerweile Standard." Auch wenn "Standard" hierbei nicht wörtlich zu nehmen ist, gibt die "Polizeiliche Kriminalstatistik" (PKS) Wendt Recht: 74.400 Polizisten wurden 2017 Opfer von "vollendeten und versuchten" Straftaten, etwa 2.600 mehr als im Jahr davor.

Besorgniserregend ist diese Entwicklung, weil gleichzeitig die Kriminalität in Deutschland zurückgeht: Laut PKS wurden im vergangenen Jahr 5,76 Millionen Straftaten registriert – die niedrigste Zahl seit 1992.

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Bodycams sollen Gewaltbereite abschrecken

ARCHIV - 08.06.2015, Rheinland-Pfalz, Mainz: Ein Polizist trägt bei einem Pressetermin im Innenministerium eine mobile Miniatur-Videokamera auf seiner Schulter.   (zu dpa «Hunde, Hubschrauber und Bodycams - so ist die Polizei ausgestattet» vom 20.08.
Bodycams könnten Polizisten im Einsatz besser schützen.
© dpa, Fredrik von Erichsen, fve hpl rho

Um Polizisten besser vor Angriffen zu schützen, werden verstärkt sogenannte Bodycams getestet: kleine Kameras, die die Beamten während des Einsatzes am Körper tragen und das Geschehen aufzeichnen. Die Körperkameras sollen die Polizisten besser schützen und potentielle Angreifer abschrecken, bereiten aber gleichzeitig Datenschützern Sorgen.