Planten die Verdächtigen einen Anschlag? – Beamte finden Splittermatte und Bombenbauteile

In einer Garage in Neukirchen-Vluyn fanden die Ermittler Chemikalien und Gegenstände, die man zum Bau einer Bombe braucht.
In einer Garage in Neukirchen-Vluyn fanden die Ermittler Chemikalien und Gegenstände, die man zum Bau einer Bombe braucht.
© dpa, Roland Weihrauch, rwe vge

31. Mai 2017 - 11:31 Uhr

Splittermatte richtet bei Explosion verheerenden Schaden an

Bei einer Razzia in Neukirchen-Vluyn (Nordrhein-Westfalen) haben die Beamten mehrere Utensilien gefunden, mit deren Hilfe sich ein verheerender Sprengsatz bauen lässt. Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten mehrere Gebäude. Bei Ozkan G. fanden die Ermittler unter anderem eine Splittermatte. Das berichtete das Magazin 'Spiegel'. Diese kann zusammen mit einem Sprengsatz großen Schaden anrichten, weil durch die Matte bei einer Explosion unzählige Metallteile durch die Luft geschleudert werden.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt nun wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat. Die Ermittler kamen dem 27-Jährigen und seinen möglichen Komplizen nur durch einen Zufall auf die Schliche. Die Polizei ermittelte gegen einen 24-Jährigen Bekannten von G. wegen Einbruchs. In der Garage des jungen Mannes fanden die Beamten dann aber Gegenstände, die sich zum Bombenbau eignen.

Chemikalien, Bombenteile, Waffen

Daraufhin durchsuchte die Polizei weitere Wohnungen und stellte auch bei G. und einem weiteren 34-jährigen Bekannten Chemikalien, Bombenteile, sowie Computer, Handys und Diebesgut sicher. Bei dem 27-Jährigen entdeckten die Polizisten außerdem noch Kurz- und Langwaffen mit dazugehöriger Munition. Teilweise besaß er die Waffen als Jäger legal, die Ermittler fanden aber auch illegale Waffen bei ihm. G. muss sich nun auch noch wegen Verstoßes gegen das Waffen- und das Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten. Alle drei Verdächtigen sitzen nun in Untersuchungshaft.

Woher die Chemikalien und Bombenbauteile stammen und was die Gruppe damit vorhatte, ist noch unklar. Laut 'Spiegel' hatte G. vor Jahren Kontakt zu einem bekannten Dschihadisten aus Dinslaken, der inzwischen in Syrien getötet wurde. Andere Kontakte zu radikalen Islamisten oder Salafisten seien dem 27-Jährigen und seinen Komplizen aber bisher nicht nachzuweisen. Die Beamten sind offenbar aber auch noch nicht fertig damit, die beschlagnahmten Mobiltelefone und Computer auszuwerten.

Die Polizei entdeckte die Männer gerade noch rechtzeitig

Falls die drei Männer einen Anschlag planten, kam der Polizeieinsatz gerade noch rechtzeitig. Nach bisherigen Erkenntnissen befand sich nämlich noch kein funktionsfähiger Sprengkörper im Besitz der Männer, teilte die Polizei in einer Pressemitteilung mit. Es waren aber alle Materialien vorhanden, um einen solchen zu bauen.