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Plagiatsvorwürfe gegen Dr. Franziska Giffey: Jede dritte Seite beanstandet

3. Mai 2019 - 20:50 Uhr

Im Video: Plagiatsjäger Gerhard Dannemann deckt auf

Politiker, die bei ihrer Doktorarbeit betrogen haben: Karl-Theodor zu Guttenberg und Annette Schavan haben nach Plagiatsvorwürfen ihre Doktortitel und ihre Regierungsposten verloren. Mischt sich jetzt auch Franziska Giffey unter die bekanntesten Namen dieser Liste? Noch hat die Bundesfamilienministerin die Chance, ihrer Kabinettskollegin Ursula von der Leyen zu folgen. Die musste auch schon Plagiatsvorwürfe über sich ergehen lassen, durfte ihren Doktortitel aber behalten. Wie stehen Giffeys Chancen? Wie viele Fehler werfen die Plagiatsjäger ihr vor? Die wichtigsten Fragen beantwortet Gerhard Dannemann von der Organisation Vroniplag im Video.

Plagiatsjäger beanstanden jede dritte Seite von Franziska Giffeys Doktorarbeit

In der Doktorarbeit der SPD-Politikerin soll es noch mehr abgeschriebene Textstellen und Fehler geben als bislang vermutet. Auf mehr als jeder dritten Seite, konkret auf 76 von 205 Seiten, sei Plagiatstext gefunden worden, heißt es auf der Internetseite der Plagiatsjäger VroniPlag. Auf einer Seite ihrer Arbeit habe Giffey sogar mehr als drei Viertel aus fremden Texten übernommen.

Die Freie Universität Berlin (FU) prüft Giffeys Doktorarbeit seit Februar wegen Plagiatsverdachts. Die Familienministerin hatte die Hochschule nach Vroniplag-Anschuldigungen darum gebeten. Zugleich betonte sie, die Arbeit "nach bestem Wissen und Gewissen verfasst" zu haben. Ein Ergebnis der Untersuchung steht noch aus.

„Europas Weg zum Bürger“ - Giffeys Weg aus dem Kabinett?

Pressetermin am Donnerstag (02.05.2019) in Grabow (Ludwigslust Parchim) mit der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Franziska Giffey zur Auftaktveranstaltung Demokratiewerkstatt Kommunen. Der demografische Wandel verändert derze
Familienministerin Franziska Giffey (SPD) bei einem Pressetermin in Grabow
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Die 41-Jährige promovierte von 2005 bis 2009 im Bereich Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU. Ihre Dissertation verfasste sie zum Thema "Europas Weg zum Bürger - Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft".

Im Falle einer Aberkennung ihres Doktortitels wegen Plagiaten könnte ihr das gleiche Schicksal wie der früheren Bildungsministerin Schavan und dem Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg drohen: der unfreiwillige Abgang aus der Regierungsverantwortung.