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Placebo-Effekt: Jeder zweite Arzt setzt auf Scheintherapie

Jeder zweite Arzt setzt auf Placebos
Jeder zweite Arzt setzt auf Placebos Schmerzmittel ist meist nur Vitaminpille 00:29

Was bedeutet das für uns Patienten?

Kopfschmerzen? Da lasse ich mir mal schnell was vom Arzt verschreiben. Bei solch kleineren Problemen ist allerdings nicht sicher, ob das Medikament dann auch tatsächlich einen schmerzlindernden Wirkstoff enthält. In der Studie "Placebo in der Medizin" verweist Prof. Dr. Robert Jütte darauf, dass jeder zweite Arzt auf den Placebo Effekt setzt. Doch was bedeutet das für den Patienten?

So funktioniert der Placebo Effekt

Placebos sind „Scheinmedikamente“, die keinen Schmerz hemmenden Wirkstoff beinhalten. Immer mehr Ärzte verschreiben solche Präparate, die in Wirklichkeit Vitaminpillen oder homöopathische Mittel sind. Was zuerst wie eine Täuschung aussieht, kann laut Prof. Dr. Jütte jedoch zur Heilung des Patienten führen.

Verhalten des Arztes ist entscheidend

Denn: Placebos enthalten zwar keinen Wirkstoff, aber helfen tun sie trotzdem! Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen: Forscher konnten im Gehirn eine Wirkung von Placebos nachweisen. Diese Wirkung soll dabei von der Lernerfahrung und von der Erwartung des Patienten abhängen. Medizinhistoriker Jütte verweist bei der Wirkung zudem ausdrücklich auf die Interaktion zwischen Arzt und Patient. "Mit seinem Verhalten kann der Arzt ungemein viel erreichen – mit Empathie, Vertrauen und dem therapeutischen Setting. All das muss stimmen, damit der Arzt mit seiner Maßnahme […] Erfolg haben kann", erklärt er im Gespräch mit der ‚Deutschen Welle‘. Mit der Gabe von Placebos lassen sich unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten verringern und Kosten im Gesundheitswesen sparen.

Finden Sie das richtig, dass Ärzte Placebos verschreiben?

Dürfen Ärzte überhaupt Placebos verschreiben?

In der Studie wird außerdem geklärt, ob der Einsatz von Placebos ethisch vertretbar ist. Sollte der Arzt seinem Patienten ein echtes Arzneimittel vorenthalten und sich sein Zustand verschlechtern, ist der Einsatz von Scheinmedikamenten nicht gestattet. Eine Scheintherapie sei kein Problem, wenn der Patient nur geringe Beschwerden habe und eine Aussicht auf Erfolg der Behandlung bestehe. Übrigens: Selbst wenn der Patient weiß, dass keine Wirkstoffe enthalten sind, soll eine Wirkung eintreten.

Im Video können Sie sich selbst davon überzeugen, dass der Glaube an die Wirkung oft reicht!

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