"Widdewiddewitt und drei macht neune"

Pippi-Langstrumpf-Lied vor Gericht

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28. Juni 2019 - 11:10 Uhr

Zu nah am Original

"Zwei mal drei macht vier, widdewiddewitt und drei macht neune, ich mach' mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt" - wer kennt diesen Song nicht? Im Jahr 1969 wurde das Pippi-Langstrumpf-Lied parallel zur ersten ausgestrahlten Folge veröffentlicht. Die Erbengemeinschaft von Pippi-Schöpferin Astrid Lindgren hat nun geklagt. Der Grund: Der deutsche Text soll zu nah am Original sein. Jetzt befasst sich das Hamburger Landgericht mit dem Fall.

Der Streit...

Vor 50 Jahren komponierte der schwedische Jazz-Musiker Jan Johannson das Pippi-Langstrumpf-Lied. Der Originaltext war allerdings auf Schwedisch. Deshalb wurde er hierzulande ins Deutsche übersetzt. Der Text kam von Wolfgang Franke. Der Text sei zu nah am Original, verstoße deshalb gegen das Urheberrecht, findet die Erbengemeinschaft von Astrid Lindgren. In deren Augen problematisch: Die Witwe des verstorbenen Texters hat das Verwertungsrecht am deutschen Text und bekommt Tantiemen für das Lied. Die Kläger jedoch finden, dass ihr das Geld nicht zustehe.

Konkret geht es um folgende Zeile: "Hey Pippi Langstrumpf trallari trallahey tralla hoppsasa." Im Schwedischen heißt es: "Här kommer Pippi Långstrump, tjolahopp, tjolahej, tjolahoppsan sa". Das sei zu nah am Original, finden die Kläger.

Darum konnte es überhaupt erst zum Streit kommen

Als Wolfgang Franke 1969 das Lied für die deutsche Version des Songs hörte, wollte der Komponist die Erlaubnis von Astrid Lindgren einholen. Die jedoch wollte das ganze Lied erst hören, wenn es fertig wäre. Das sei allerdings nie passiert. Sollte das Gericht der Klage nun stattgeben, dann könnte das Lied erst mal nicht weiter verbreitet werden.