Fast wie ein Lottogewinn

Ganz ohne zu arbeiten: Frau gewinnt 1.000 Euro im Monat als Grundeinkommen

05. September 2020 - 9:18 Uhr

Schleswig-Holsteinerin ist ein Jahr lang versorgt

Monatlich ein festes Gehalt bekommen ohne zu arbeiten – so könnte ein sorgenfreies Leben aussehen, oder? In diesen Genuss kommt Dörte Müller-Dinse aus Gremersdorf in Ostholstein. Zumindest für ein Jahr, denn so lange bekommt sie ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1.000 Euro im Monat ausgezahlt. Das Geld hat sie gewonnen, finanziert wird es über Spender.

Im Video zeigen wir, warum die glückliche Gewinnerin vom Grundeinkommen überzeugt ist.

Pilotprojekt „Grundeinkommen“: 120 Menschen sollen über 3 Jahre lang 1.200 Euro bekommen

Für die 61-Jährige verändert der Gewinn ihr Leben komplett. Sie arbeitet im Betrieb ihres geschiedenen Mannes und erwartet nur eine kleine Rente.

Jetzt will der Verein noch einen Schritt weitergehen und in einer groß angelegten Studie mindestens 120 Menschen drei Jahre lang 1200 Euro auszahlen und dann auswerten, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen vielleicht sogar ein funktionierendes Modell für alle wäre. Gesammelt wird das Geld über Crowdfunding. Immer, wenn 12.000 Euro zusammengekommen sind, wird ein bedingungsloses Grundeinkommen für ein Jahr verlost. Die Bewerbung läuft über die Website des Pilotprojektes "Grundeinkommen" und wird einfach mit dem Ausfüllen eines Fragebogens eingereicht.

Wie auch Sie sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen bewerben können, erfahren Sie hier

Skeptiker fürchten einen fehlenden Arbeitsanreiz

Dörte Müller-Dinse hat das Grundeinkommen genutzt, um ein Projekt für ihre Absicherung zu verwirklichen - Sie wird von dem Geld ihr Ferienhaus finanzieren. Doch das würden längst nicht alle tun, sagen Kritiker wie Rainer Kersten vom Bund der Steuerzahler aus Kiel: "Es wäre schön, wenn jeder seinen Beitrag zur Gesellschaft freiwillig leisten würde. Die Lebenserfahrung zeigt uns aber ja immer, dass es immer einen bestimmten Anteil in der Gesellschaft gibt, die auf Mitnahmeeffekte setzen und darauf warten, dass andere sie finanzieren und ohne Druck und Kontrolle wird man diesen Teil der Bevölkerung nie dazu bringen, sich einzubringen."

Ein erster Versuch sei missglückt

In Finnland sei ein ähnliches Experiment gescheitert. Dort erhielten 2000 Arbeitslose 560 Euro - bedingungslos - und suchten sich überwiegend keinen neuen Job. "Dort hat man das ganz schnell wieder abgeschafft, weil man festgestellt hat, dass eben genau diese Befürchtung eingetreten ist. Den Menschen fehlt der Anreiz, sich selbst um den Lebensunterhalt zu kümmern. Sie haben sich zurückgelehnt und auf das Geld des Staates gewartet und dann wird es nicht finanzierbar", so Kersten weiter.