Piloten warnen vor Ozongefahr in Flugzeugen

16. Juli 2013 - 14:00 Uhr

Atemluft-Filter fehlen – weil die Airlines sparen wollen?

Sparen die Airlines auf Kosten der Gesundheit ihrer Passagiere? Deutschlands Piloten warnen vor giftigem Ozon in Flugzeugen – weil wichtige Filter fehlen. Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) kritisiert die Ozonbelastung in der Atemluft vieler Flugzeuge, große Teile der deutschen Kurz- und Mittelstreckenflotten nahezu aller großen Fluggesellschaften seien von dem Problem betroffen.

Geusndheitsgefahr Piloten warnen vor Ozon in Fliegern
Angeblich fliegen noch immer komplette Flugzeug-Flotten ohne Ozon-Umwandler für die Atemluft..
© picture-alliance/ dpa, Frank Kleefeldt

Dies geht übereinstimmenden Medienberichten aus einer internen VC-Mitteilung hervor. Das Gas Ozon kann Lungen und Atemwege reizen und etwa Kopfschmerzen oder Entzündungen verursachen. Zudem besteht der Verdacht, dass es krebserregend ist.

Die Airlines hätten laut VC bereits vor fünf Jahren zugesichert, ihre Maschinen kurzfristig mit sogenannten Ozon-Konvertern nachzurüsten und neue Maschinen damit ausstatten zu lassen. Dies sei aber nicht der Fall. "Teilweise komplette Flotten" besäßen keine Ozon-Konverter, heißt es in der Mitteilung.

Auf Langstreckenflügen besteht das Problem meist nicht

Die Konverter würden laut Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg offenbar nicht eingebaut, weil sie gesetzlich nicht vorgeschrieben seien. Er wirft den Fluggesellschaften vor, Geld sparen zu wollen, berichtet die 'Welt am Sonntag'. Auf nahezu allen Langstreckenflügen bestehe das Problem hingegen nicht, weil der Einflug in den Luftraum der USA ohne die Ozon-Umwandler nicht gestattet sei.

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte, alle neuen Airbus-Maschinen der Lufthansa vom Typ A320 seien von Werk aus mit Ozonfiltern ausgestattet, die bereits eingesetzten würden nachgerüstet. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft teilte mit, Ozon trete in höherer Konzentration vor allem in größerer Höhe auf. Deshalb seien die auf Langstrecken eingesetzten Maschinen aller deutschen Fluggesellschaften mit Ozon-Konvertern ausgestattet. "Die deutschen Fluggesellschaften halten sich grundsätzlich an alle Betriebsvorschriften", hieß es.