Pilot aus Kleve als Al-Nusra-Terrorist verurteilt

Prozessakten liegen in einem Gerichtssaal. Foto: Thomas Frey/dpa/Symbolbild
Prozessakten liegen in einem Gerichtssaal. Foto: Thomas Frey/dpa/Symbolbild
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07. Dezember 2021 - 14:30 Uhr

Düsseldorf (dpa/lnw) - Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat einen Piloten aus Kleve als Terroristen der islamistischen Al-Nusra-Front zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Der Deutsche war vor acht Jahren aus seiner Heimat am Niederrhein verschwunden und vor mehr als einem Jahr im westafrikanischen Senegal festgenommen worden. Zwischenzeitlich habe er in Syrien der Al-Nusra-Front angehört und sich an Waffen ausbilden lassen, zeigte sich das Gericht überzeugt.

Der Pilot habe bei dem Al-Kaida-Ableger aber keine herausragende Rolle gespielt. Die Bundesanwaltschaft hatte für den 31-Jährigen vier Jahre Haft gefordert.

Das Gericht rechnete dem Angeklagten seine Haftzeit im Senegal wegen der dortigen Bedingungen im Verhältnis 1:3 an. Obwohl der Angeklagte damit schon zwei Drittel seiner Strafe verbüßt hat, hob das Gericht den Haftbefehl gegen ihn nicht auf.

Strafverfahren gegen drei Mitangeklagte aus Kleve, Essen und dem hessischen Kelsterbach wegen Terrorfinanzierung waren Mitte November gegen Geldauflagen zwischen 1000 und 2500 Euro eingestellt worden.

Die Männer im Alter von 30, 31 und 34 Jahren hatten auf Bitte des Hauptangeklagten 930 Euro für ein Nachtsichtgerät und Lebensmittel gesammelt.

Ins Visier der Fahnder war der Mann aus Kleve nach Hinweisen australischer und US-amerikanischer Ermittler geraten. Diese hatten den deutschen Behörden gemeldet, dass der Name des Klevers auf mehreren Western-Union-Überweisungen an Islamisten stehe. Die Pilotenausbildung hatte der 31-Jährige nach seiner Zeit in Syrien in Südafrika absolviert.

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Quelle: DPA