Kostenlose Kondome, Pille & Spirale

SPD fordert Gratis-Verhütung für alle

Verhütungsmittel wie Kondome und die Pille sollen in Zukunft kostenlos werden, wenn es nach der SPD geht. (Symbolbild)
Verhütungsmittel wie Kondome und die Pille sollen in Zukunft kostenlos werden, wenn es nach der SPD geht. (Symbolbild)
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25. November 2019 - 10:07 Uhr

Vorstoß soll bereits im Dezember beim SPD-Parteitag beschlossen werden

Die SPD will sich für kostenlose Verhütungsmittel für alle einsetzen. Das berichtet das Magazin "Der Spiegel". Der Vorstoß soll offenbar bereits auf dem Parteitag im Dezember beschlossen werden. Der kostenfreie Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten oder ungewollten Schwangerschaften sei eine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit, heißt es laut dem Magazin aus der SPD.

SPD: Verhütung und Schutz vor sexuellen Krankheiten soll nicht vom Geldbeutel abhängig sein

Dem Bericht zufolge wünscht sich die SPD auch, dass mehr anonyme Beratungsgespräche stattfinden sollen. Darin solle die Wahl des richtigen Verhütungsmittels beraten werden, aber auch über Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt werden. Außerdem solle es auch mehr Aufklärung an Schulen geben. Der Zugang zu Verhütungsmitteln müsse unabhängig von Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung oder Herkunft gewährleistet sein, so die Partei laut Bericht.

Der Antrag kommt von der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) innerhalb der SPD. "Wir wollen eine Debatte darüber anstoßen, dass Verhütung und Schutz vor sexuellen Krankheiten nicht vom Geldbeutel abhängen können", sagte die ASF-Vorsitzende Maria Noichl dem "Spiegel".

Immer mehr Frauen wollen ohne Hormone verhüten

Bislang werden Verhütungsmittel wie die Pille, Spirale oder Nuva-Ring nur für Frauen bis zum vollendeten 22. Lebensjahr von der Krankenkasse bezahlt. Kosten für Kondome werden gar nicht übernommen.

Der SPD-Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der immer mehr Frauen über fehlende Gleichstellung bei der Verhütung klagen. Gerade langfristige Verhütungsmethoden sind häufig Frauensache - auch kostentechnisch. Der Zugang zu Verhütungsmitteln könnte durch den Wegfall der Kosten für alle einfacher werden. Gleichzeitig wollen viele Frauen weg von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Pille.