Heinz-Christian Straches Ehefrau über die Folgen des Ibiza-Videos

Philippa Strache: "Entweder kämpf ich mich durch oder schaue zu, wie alles zerbricht"

19. Juni 2019 - 20:05 Uhr

Wie hat Philippa Strache die Enttäuschungen verkraftet?

Es ist einen Monat her, seit Heinz-Christian Strache sich öffentlich bei seiner Ehefrau Philippa entschuldigt hat. Am 18. Mai gab er seinen Rücktritt als Vizekanzler von Österreich bekannt und bat sie um Verzeihung für sein "Macho-Gehabe". Seit dem Skandal um das anrüchige Ibiza-Video liegt die politische Karriere des Ex-FPÖ-Vorsitzenden in Scherben. Auch über die Ehe hieß es, sie stecke in der Krise. Während Strache selbst im Moment keine Interviews gibt, will seine Frau Philippa reden: Wie hat sie all die Enttäuschungen verkraftet? Was denkt sie über ihren Mann?

"Wie kannst du dich nur so gehen lassen?"

Ibiza-Affäre: Vizekanzler Heinz Christian Strache tritt zurück.
Wegen der Ibiza-Affäre erklärte Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache seinen Rücktritt.
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Philippa Strache sitzt im Garten ihres Hauses am Rande von Wien. Wenige Meter entfernt im Haus schläft der gemeinsame Sohn Hendrik, der im Januar zur Welt kam. Es wirkt so idyllisch. Doch der Skandal um das Video hat ihr Leben vollkommen auf den Kopf gestellt. "Wir waren bis heute nicht draußen. Nicht unterwegs. Ich gehe ins Büro. Das ist aber auch für mich ein geschützter Bereich", erzählt sie im RTL-Interview.

Als das Video im Internet veröffentlicht wurde, sei sie im Büro ihres Mannes gewesen. "Ich habe es dort zum ersten Mal gesehen und auch kein weiteres Mal." An diesem Abend kam das Ehepaar spät nach Hause. An Schlaf war nicht zu denken. "Die erste Nacht hat mich wirklich schockiert", so Strache. Sie stellte ihren Mann zur Rede: "Wie kannst du dich nur so gehen lassen? Das ist fürchterlich."

Philippa Strache: Ich brauchte Zeit für mich

Sie habe Zeit für sich gebraucht. Doch von einer Ehekrise will Philippa Strache nichts wissen. "Jede Mama kann das und kennt das: Dass man sich gerade in den schwierigsten Situationen so schnell sammeln muss", erzählt sie. Und fährt fort: "Dass man weiß, entweder halt ich jetzt alles zusammen und kämpf mich durch. Oder ich schau zu, wie alles zerbricht." Strache entschied sich, zu ihrem Mann zu halten. Auch, weil sie mittlerweile mehr über die Umstände weiß. "Da wurde ihm was ins Glas getan", sagt sie. "Niemand kannte ihn so." Ihr Mann sei machtlos gemacht und dann mit Suggestivfragen zu seinen Aussagen gedrängt worden.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Heinz-Christian Strache

Philippa und Heinz-Christian Strache.
Philippa Strache steht trotz allem an der Seite ihres Ehemannes Heinz-Christian Strache.
© dpa, Georg Hochmuth, hds wal pat pil

Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Untreue gegen Heinz-Christian Strache. Doch nicht nur auf politischer Ebene entfalten Straches Aussagen Sprengkraft. Die vermeintliche russische Oligarchin aus dem Video soll er als "scharf" bezeichnet haben – Nadelstiche in das Herz einer jeden Ehefrau. Wie Philippa Strache damit umgeht, sehen Sie im Video.

Die Veröffentlichung des Skandalvideos hatte zu einer Regierungskrise in Österreich geführt. Strache musste von seinen Ämtern als Vorsitzender der FPÖ und Vizekanzler zurücktreten, Bundeskanzler Sebastian Kurz wurde per Misstrauensvotum gestürzt.

Philippa Strache will nach alldem nach vorne schauen. Im Herbst kandidiert sie für die FPÖ für den Nationalrat, das österreichische Parlament.