Pferdehalter nach mutmaßlichen Wolfsrissen alarmiert

19. Juni 2020 - 13:42 Uhr

Nachdem Wölfe im Landkreis Nienburg mutmaßlich zwei Pferde gerissen haben, sprechen die Pferdehalter von einer neuen Eskalationsstufe. "Bisher fielen vor allem Ponys, Fohlen und andere Weidetiere dem Raubtier zum Opfer", teilte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) mit. "Jetzt sind erstmals auch Großpferde betroffen." Wie die Zeitung "Die Harke" (Freitag) berichtete, standen die beiden jungen Hannoveraner mit acht weiteren Pferden auf einer Weide im Territorium des Rodewalder Wolfes. Dieser Leitwolf eines Rudels war monatelang zum Abschuss freigegeben, weil er nachweislich Schutzzäune überwunden und Rinder gerissen hatte. Er konnte aber nicht erlegt werden.

"Für uns ist dieses Vorkommnis am Montag eine neue Eskalationsstufe", sagte die Geschäftsführerin der Pferdeland Niedersachsen GmbH, Alexandra Duesmann, der dpa. Deshalb habe man nun gemeinsam mit der FN und dem Landvolk Niedersachsen einen Brief an den niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies (SPD) geschickt.

Bereits Anfang der Woche hatte das Landvolk eine schnellere Ausgestaltung der niedersächsischen Wolfsverordnung angemahnt. Nach Angaben der Landwirte wurden bereits mehr als 500 Weidetiere in diesem Jahr landesweit gerissen. Das Umweltministerium ging von bislang knapp 390 Wolfsrissen aus. Die niedersächsische Wolfsverordnung soll im September erlassen werden. Dabei geht es um Regelungen zum erleichterten Abschuss der Tiere und zur Prävention von Rissen. Tierschützer fordern eine bessere Förderung für Schutzzäune.

Quelle: DPA