Abschied von der Mark fällt schwer

19 Jahre nach Abschaffung: 12,4 Milliarden D-Mark im Umlauf

Auch 19 Jahre nach der Währungsunion sind mehr als 12 Milliarden D-Mark im Umlauf.
Auch 19 Jahre nach der Währungsunion sind mehr als 12 Milliarden D-Mark im Umlauf.
© picture alliance, Bernd Wüstneck

16. Dezember 2020 - 10:47 Uhr

Deutsche bunkern Pfennige und Heiermänner

Wer die Mark nicht ehrt, ist den Euro nicht wert? Längst ist die D-Mark nicht mehr das offizielle Zahlungsmittel in Deutschland. Trotzdem scheint es den Menschen schwer zu fallen, sich von Pfennigen, Heiermännern und den Scheinen zu trennen. Vielleicht ist es auch ein Gefühl von Sicherheit, was manche mit der guten alten Mark verbinden. Denn Münzen und Scheine der ausgedienten Währung sind immer noch was wert und sorgen manchmal für unverhofften Geldregen.

Dank D-Mark-Schatz: Über Nacht zum Millionär

Ein Mann hilft seinem kranken Onkel beim Aufräumen des Hauses, was aus Geldsorgen verkauft werden soll. Plötzlich stoßen sie auf alte Zigarrenkisten und Einkaufstüten. Darin enthalten waren rund 3,5 Millionen D-Mark, also ca.1,8 Millionen Euro. Die Geldsorgen war der Mann erst einmal los und das Haus musste auch nicht verkauft werden.

Was klingt wie ein Weihnachtsmärchen, geschah so Anfang des Jahres in Süddeutschland. Der Fund von Millionen D-Mark-Scheinen und Münzen ist aber kein Einzelfall: Auch nach der Einführung des Euros zum 1.1.2002 als offizielles Zahlungsmittel, tauschen die Deutschen immer noch D-Mark um. Allein in diesem Jahr gingen bei der Deutschen Bundesbank 53,4 Millionen Mark ein, die in Euro getauscht worden sind. Insgesamt seien laut Bundesbank immer noch 12,4 Milliarden Mark im Umlauf, darunter sind 17,2 Millionen Hunderter-Scheine im Wert von 1,72 Milliarden D-Mark. Bei den Tausendern sind es 1,1 Millionen Stück im Wert von 1,13 Milliarden Mark. Hinzu kommen rund 23 Milliarden Münzen, die auch nach 19 Jahren noch nicht eingetauscht worden sind.

Umtausch von D-Mark jederzeit möglich

Wer unverhofft Heiermänner, Pfennige und Co. findet, der kann in Filialen der deutschen Bundesbank jederzeit D-Mark gegen Euro tauschen. Der Wechselkurs ist unverändert: Einen Euro bekommt man für 1,95583 D-Mark. Zwar geht immer noch viel D-Mark bei der Bundesbank ein, doch in diesem Jahr sei es deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Der Grund lieg auf der Hand: "Im laufenden Jahr hatten wir einen überproportional starken Rückgang der D-Mark-Einreichungen. Das dürfte auf Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zurückzuführen sein", sagte Johannes Beermann, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. Wenn sich die Zeiten wieder normalisiert haben und der Lockdown wieder aufgehoben wird, rechne man damit, dass das Umtausch-Angebot wieder verstärkt angenommen werde, so Beermann.

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Doch nicht alle D-Mark Besitzer wollen die alt-ehrwürdige Währung in Euro eintauschen. Die Bundesbank geht davon aus, dass sich ein Großteil der im Umlauf befindlichen Mark in den Händen von Sammlerinnen und Sammlern befindet. Und die seien häufig nicht an einem Eintausch interessiert, sondern wollen die alten Münzen und Scheine aus Gründen der Nostalgie verwahren. Und in Krisenzeiten wie wir sie derzeit erleben, in denen das Corona-Virus die Welt in Atem hält, tut so ein bisschen Nostalgie und die Erinnerung an alte Zeiten, in denen es noch kein Corona gab, vielleicht auch ganz gut.

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