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Pfarrer soll mit Flüchtling Drogen vertickt haben - jetzt steht er vor Gericht

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22. Oktober 2019 - 2:15 Uhr

Pfarrer soll mit einem Flüchtling Drogen gedealt haben

Seit 2006 war er Pfarrer im sächsischen Chemnitz. In seiner Gemeinde kümmert er sich um Menschen, die Hilfe brauchen, erzählt der Seelsorger. Nach eigener Aussage steht der 49-Jährige wegen seiner Hilfsbereitschaft nun seit Montag vor Gericht. Er soll einem kurdischen Flüchtling beim Verticken von Drogen geholfen haben.

Pfarrer lieh dem Flüchtling offenbar 12.000 Euro

​Laut Anklage hat der suspendierte Pfarrer im ersten Halbjahr 2018 in elf Fällen Rauschgift besessen und zum Teil auch selbst verkauft. Dazu soll er einen Flüchtling mehrfach nach Leipzig chauffiert haben, damit dieser dort Marihuana kaufen und anschließend in Chemnitz verkaufen konnte. Mindestens elf Kilo wurden auf dem Weg kutschiert und gedealt.

Vor Gericht hat der Geistliche die Tat gestanden. Zu seiner Verteidigung sagte R., dass er dem Mann nur helfen wollte: "Im Herbst 2017 fragte Assad, ob ich ihm Geld für seine Familie gebe, damit sie nach Deutschland kommen kann." Anschließend hatte ihm der Pfarrer insgesamt 12.000 Euro geliehen. Doch Assad konnte ihm das Geld offenbar nicht komplett zurückzahlen. 7.000 Euro würden noch ausstehen, heißt es.

"Er ist manchmal vielleicht zu gutmütig"

Dann soll das eine zum anderen geführt haben. In der Hoffnung auf eine schnelle Rückzahlung, wurde R. schließlich zum Chauffeur des Drogenhändlers, später sogar selbst zum Dealer. "Ich fühlte mich total betrogen", so R. Heute schäme er sich für seine Taten.

Im Prozess springt dem Pfarrer ein Gemeindemitglied zur Hilfe. "Er ist ein hilfsbereiter Mensch", versichert die 87-Jährige. Als sie sich den Knöchel gebrochen habe, sei der Pfarrer für sie da gewesen. "Ohne ihn weiß ich nicht, was aus mir geworden wäre." Ihre Erklärung für sein Verhalten: "Er ist manchmal vielleicht zu gutmütig."

Die Gemeinde hat den Pfarrer aufgrund der Ermittlungen seit Juni 2017 beurlaubt. Die Verhandlung wird am 21. Oktober fortgesetzt.